Ex-MAN-Vorstand gesteht Beihilfe zur Bestechung

München - Der frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann hat am Mittwoch Beihilfe zur Bestechung gestanden. Erstmals äußerte sich der Beklagte vor Gericht auch persönlich.

Nach einer Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigte das Landgericht München eine Bewährungsstrafe von höchstens zehn Monaten und eine Geldauflage von 100 000 Euro an.

Der langjährige Leiter der MAN-Nutzfahrzeugsparte räumte ein, er habe 2004/05 nicht genug getan, um Schmiergeldzahlungen für Aufträge in Slowenien zu unterbinden. Er habe „Beihilfe durch Unterlassen bei bedingtem Vorsatz“ geleistet. Es tue ihm leid, und er entschuldige sich, erklärte er in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. Weinmann äußerte sich auch zum ersten Mal selbst und sagte, er wolle er so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten.

Die Anklage wegen Beihilfe zu Bestechungen in Belgien ließ die Staatsanwaltschaft im Zuge der Absprache fallen. Das Urteil wird noch am Mittwoch erwartet.

MAN hatte sich nach dem Auffliegen der Bestechungsaffäre 2009 von Konzernchef Hakan Samuelsson, Weinmann und anderen Vorständen getrennt und 150 Millionen Euro Bußgeld gezahlt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen Samuelsson.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundesfinanzminister plant Spezialeinheit gegen Steuerbetrug
Berlin (dpa) - Das Bundesfinanzministerium will einem Medienbericht zufolge künftig mit einer spezialisierten Einheit gegen groß angelegten Steuerbetrug wie im Fall der …
Bundesfinanzminister plant Spezialeinheit gegen Steuerbetrug
Börsengang: Aramco legt Preisspanne um acht US-Dollar fest
Anleger hatten bisher eher zurückhaltend auf den lang geplanten Börsengang des Ölkonzerns Aramco geblickt. Nun macht der saudische Energieriese Ernst mit dem Gang aufs …
Börsengang: Aramco legt Preisspanne um acht US-Dollar fest
BDI-Präsident Kempf: Geplante Klimaziele unrealistisch
Brüssel (dpa) - Die in Europa anvisierten neuen Klimaziele für 2030 und 2050 sind aus Sicht der deutschen Industrie nur "magisches Denken" und völlig unrealistisch.
BDI-Präsident Kempf: Geplante Klimaziele unrealistisch
Beschäftigte mit knapp einer Milliarde Überstunden
Berlin (dpa) - Arbeitnehmer in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2019 knapp eine Milliarde Überstunden geleistet - davon waren mehr als die Hälfte unbezahlt.
Beschäftigte mit knapp einer Milliarde Überstunden

Kommentare