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Der Ex-Arcandor-Chef Middelhoff geht am ersten Arbeitstag als Hilfskraft in die Einrichtung der Von Bodelschwingschen Stiftungen. Foto: Guido Kirchner

In einer Behinderteneinrichtung in Bielefeld

Hier tritt Ex-Topmanager Middelhoff seinen neuen Job an

Bielefeld - Dienstantritt für Ex-Topmanager Middelhoff in einer Behinderteneinrichtung in Bielefeld. "Extrawürste" wird es für den prominenten Neu-Kollegen jedoch nicht geben.

Der ehemalige Topmanager Thomas Middelhoff hat am Montag seinen Job als Hilfskraft in einer Behindertenwerkstatt in Bielefeld angetreten.

In der Einrichtung der Bodelschwinghschen Stiftung Bethel wird der frühere Bertelsmann-Vorsitzende und Ex-Arcandor-Chef als Assistent den Fachkräften zur Hand gehen: "Tisch decken, abdecken, aufräumen, Dinge von A nach B tragen", beschrieb Martin Henke, Geschäftsführer der Bethelschen Rehabilitations-Werkstätten "Pro Werk", Middelhoffs Aufgaben-Bereich. 160 Menschen mit Behinderung und etwa 40 weitere Mitarbeiter arbeiten unter dem Dach der Einrichtung im Bielefelder Ortsteil Eckardtsheim.

Wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt

Der 62 Jahre alte Middelhoff, der 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt wordenwar, hatte nach Angaben der Stiftung selbst in Bethel wegen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung angefragt. "Wir gehen davon aus, dass er normal seiner Tätigkeit nachgeht", sagte ein Sprecher.

"Da gibt es keine Extrawürste"

"Das ganze funktioniert nur, wenn er sich eingliedert", betonte er. "Da gibt es keine Extrawürste". In den Werkstätten würden regelmäßig Freigänger eingesetzt, sagte Geschäftsführer Henke. Die Belegschaft sei auch auf den neuen, prominenten Mitarbeiter vorbereitet worden. "Unsere Kolleginnen und Kollegen sind es gewohnt mit wirklich speziellen Menschen zurecht zu kommen. Dann werden sie auch mit Herrn Middelhoff zurechtkommen", sagte Henke.

Der 62-Jährige soll nach früheren Angaben seines Anwalts die Haft demnächst antreten, wenn die Einwendungen seiner Anwälte nicht zu einem Aufschub in letzter Minute führen. Sie hatten die Haftfähigkeit des nach dpa-Informationen unter einer Autoimmunerkrankung leidenden 62-Jährigen zunächst bestritten. Eine Entscheidung über diese Einwendungen sei noch nicht gefallen, sagte eine Sprecherin der Bochumer Staatsanwaltschaft am Montag.

dpa

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