Ex-NKD-Manager soll Millionen veruntreut haben

Hof - Eine Ex-Führungskraft in U-Haft, ein bevorstehender Verkauf: Beim Textildiscounter NKD geht es turbulent zu. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt einen früheren Manager, Millionen aus dem Unternehmen veruntreut zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen eine frühere Führungskraft des Textildiscounters NKD wegen des Verdachts der Untreue in Millionenhöhe. Er sei der mutmaßliche Hauptverantwortliche und sitze in Untersuchungshaft, teilte die auf Wirtschaftsstrafsachen spezialisierte Anklagebehörde am Freitag mit. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen seien 3,7 Millionen Euro aus dem Unternehmen veruntreut worden. NKD bestätigte Ermittlungen gegen ehemalige Mitarbeiter. Ein Sprecher wollte aber keine Details nennen.

Am Mittwoch hatten Ermittler den Firmensitz in Bindlach in Bayern sowie Privatwohnungen durchsucht. Es sei noch unklar, ob weitere Verdächtige in den Fall verwickelt sind, sagte der Hofer Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt. Es stünden weitere umfangreiche Ermittlungen auch im Ausland bevor. Bei der Razzia waren vier Staatsanwälte und 30 Polizisten im Einsatz. Das sichergestellte Beweismaterial wird nun ausgewertet.

NKD ist Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Im Mai hatte das Unternehmen die Geschäftsführung ausgetauscht und Unternehmensberater als Manager eingesetzt. Im Juni wurde bekannt, dass sich die bisherigen Eigentümer, die niedersächsische Textilgruppe Daun, von der Firma mit fast 2000 Filialen und 8000 Beschäftigten trennen will. Zuvor soll ein massiver Umbau das Unternehmen neu aufstellen. Es habe Management- und Strategiefehler gegeben, hatte NKD damals mitgeteilt.

Der Textildiscounter hatte stark auf Expansion gesetzt und unter anderem Filialen der insolventen Ketten Schlecker, Woolworth, Keilbach und Adessa übernommen. 2011 eröffnete NKD die erste Filiale in Polen; die Firma ist auch in Österreich, der Schweiz, Italien und Kroatien aktiv. Das Unternehmen verkauft Damen- und Herrenmode, Kinder- und Sporttextilien und Bademoden.

dpa

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