Ex-Börsenstar kommt mit 22 Monaten auf Bewährung davon

- München - Dass er ein Spieler ist, hat Michael Kölmel mehrfach bewiesen. "Er hat ständig nach neuen Geschäftsfeldern gesucht wie in einem Monopoly, an dem er schließlich scheiterte", stellte Richter Hans-Günther Melchior in seiner Urteilsbegründung zum Münchner Untreue-Prozess gegen den Kinowelt-Gründer fest. Die von der Staatsanwaltschaft geforderten neun Jahre Haft sind dem Medienunternehmer erspart geblieben. Stattdessen wurde er zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 326 000 Euro verurteilt. Kölmel kann sich somit auf seine nächsten Partien vorbereiten. "Ich bin dann bei der WM 2006 dabei", kündigte er an.

Kölmel war in den 80er-Jahren als Mathematik- und Volkswirtschaftsstudent in Göttingen ins Filmgeschäft eingestiegen und wollte hoch hinaus. Dabei scheute er auch die Auseinandersetzung mit den Großen der Branche nicht. Nach der Gründung des Kinowelt-Filmverleihs und dem Börsengang verhob er sich 1999 allerdings an einem Filmpaket, das er für mehr als 500 Millionen D-Mark vom US-Hollywood-Studio Warner kaufte. Schließlich brach der einstige Börsenstar Kinowelt Ende 2001 zusammen.<BR><BR>Nach der Übernahme der Kinowelt aus der Insolvenz Anfang 2003 und dem Umzug nach Leipzig hat Kölmel seine Pläne zwar zurechtgestutzt, vom Potenzial des Unternehmens ist er dennoch überzeugt: "Die (neue) Kinowelt steht sehr gut da." Für den Sportrechtehändler Sportwelt habe er als Geschäftsführer bereits die Aufhebung des Insolvenzverfahrens beantragt.<BR><BR>Nicht unproblematisch verlief auch sein Engagement beim Leipziger Zentralstadion. So hatte Kölmel Ende der 90er-Jahre einem Geschäftsmann für die Vermittlung des Stadions Provisionen gezahlt. Der inzwischen beurlaubte Stadtkämmerer Peter Kaminski, der den Vermittlungsvertrag angebahnt hatte, war durch das Geschäft unter Druck geraten.<BR><BR>Überdies kämpft die mehr als 90 Millionen Euro teure Arena mit Auslastungsproblemen. Selbst um die Besitzverhältnisse des Stadions hatte es Verwirrung gegeben. Kölmel hatte die Arena seiner Frau überschrieben, ohne die Stadt Leipzig zu informieren.<BR><BR>Richter Melchior bescheinigte dem 50-Jährigen ein "gewisses Abenteurertum". Seine Risikofreudigkeit indessen könne ihm nicht zur Last gelegt werden. "Das Eingehen von Risiken ist grundsätzlich strafrechtlich irrelevant", erklärte Melchior.<BR><BR>

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