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Ex-Chef von Rewe legt Geständnis ab

- Köln - Der frühere Rewe-Chef Ernst Dieter Berninghaus hat zu Beginn des Strafprozesses wegen schwerer Untreue ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er habe zu Unrecht Zahlungen in Millionenhöhe nach dem Kauf der Internetfirma Nexum durch Rewe im Jahr 2000 erhalten, sagte der 40-jährige Angeklagte vor dem Kölner Landgericht. Er bereue diesen Fehler zutiefst. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, er habe praktisch ohne Gegenleistung 6,5 Millionen Euro Provision eingesteckt und dem Handelskonzern einen "Schaden von mindestens 15,2 Millionen Euro" verursacht. In einem Zivilverfahren hatte Rewe von Berninghaus nach einem Vergleich bereits Schadenersatz von insgesamt 11 Millionen Euro erwirkt.

Berninghaus, der ab Mai 2004 für nur knapp sechs Monate Vorstandssprecher des zweitgrößten deutschen Handelskonzerns war, sagte: "Ich habe mit der Annahme der Zahlungen einen großen Fehler gemacht." Er werde die Konsequenzen dafür "ohne Wenn und Aber" tragen.

Die Millionensummen seien ihm von der Schweizer Firma Parabola AG zugeflossen, die sich damit habe erkenntlich zeigen wollen für die Vermittlung in der Nexum-Rewe-Transaktion, sagte Berninghaus in seiner zweistündigen Erklärung. Er will sich um das Geld nie gekümmert haben: "Ich wusste nicht einmal, wo das Geld genau war und wie hoch die Summe war", erklärte Berninghaus, der einst als Hoffnungsträger das Rewe-Steuer übernommen hatte.

Staatsanwalt Norbert Reiffenscheidt betonte dagegen, der Angeklagte habe die Parabola AG ohne jede wirtschaftliche Notwendigkeit von sich aus eingeschaltet. Der Börsenwert der Nexum AG sei erheblich gesteigert worden, bis diese dann für 21,3 Millionen Euro von Rewe zu einem überhöhten Preis gekauft wurde. Laut Anklageschrift soll der Ex-Manager insgesamt 15,2 Millionen Euro auch für andere Beschuldigte angenommen haben.

Berninghaus betonte, die gesamte Rewe-Spitze inklusive Aufsichtsrat hätte den Kaufplan von Anfang an unterstützt und auch den Preis ausdrücklich begrüßt.

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