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Der vom Aus bedrohte Speicherchip-Hersteller Qimonda streicht 950 Arbeitsplätze an seinem Standort Dresden. Der Abbau soll bis März 2009 erfolgen.

Ex-Infineon-Chef Schumacher hat kein Interesse an Qimonda

München - Das chinesische Unternehmen Grace hat einen Einstieg bei der Infineon-Tochter Qimonda zurückgewiesen. Findet sich für Qimonda kein finanzstarker Investor, droht dem Unternehmen nach eigener Einschätzung bis März die Insolvenz.

Der frühere Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat Spekulationen um einen Einstieg seines chinesischen Arbeitgebers Grace bei der ums Überleben kämpfenden Infineon-Tochter Qimonda zurückgewiesen. "Wir werden uns nicht am Geschäft mit Standard- Speicherchips beteiligen", sagte der Grace-Vorstandschef der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch). Ein Einstieg bei Qimonda komme nicht in Frage. Grace hatte dem Bericht zufolge in den vergangenen Monaten mehrere Führungskräfte von Infineon und Qimonda abgeworben und damit für Spekulationen um ein Interesse gesorgt.

Schumacher war bis 2004 Chef des zweitgrößten europäischen Chipkonzerns Infineon und hatte 2007 den Vorstandsvorsitz bei den Chinesen mit Sitz in Schanghai übernommen. Der amtierende Infineon-Chef Peter Bauer versucht derzeit händeringend, die Tochter Qimonda loszuwerden. Findet sich kein finanzstarker Investor, droht Qimonda nach eigener Einschätzung bis März die Insolvenz. Die eingebrochenen Preise für Speicherchips hatten zu einem Milliardenverlust geführt.

Am Vortag waren die Hoffnungen von Qimonda auf Hilfen vom Land Sachsen gedämpft worden. "Den Möglichkeiten des Freistaates, einzelne Unternehmen gegen Marktschwankungen zu schützen, sind Grenzen gesetzt", hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) vor dem Landtag in Dresden erklärt. "In erster Linie ist das Unternehmen in der Pflicht." Dabei gehe es zum das Management, aber auch Infineon als Mehrheitseigner, machte Tillich deutlich.

Angesichts der Krise sollen bei Qimonda bis März 2009 rund 950 Stellen im Werk Dresden und weitere 600 Arbeitsplätze am Hauptsitz in München wegfallen. Ende November hatte der Mutterkonzern Infineon deshalb beim Bund und dem Land Sachsen um staatliche Bürgschaften in Höhe von 500 Millionen Euro gebeten.

dpa

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