Ex-Minister Müller will RAG-Konzern an die Börse bringen

- Essen - RAG-Chef Werner Müller liebt Zigarillos, sein Piano und - Überraschungen. Eine solche dürfte ihm mit dem Vorhaben gelungen sein, die ehemalige Ruhrkohle demnächst an die Börse zu bringen. Im Mai 2006, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag Anfang Juni, soll es soweit sein. Die Anteilseigner RWE, Eon und ThyssenKrupp sowie Bund und Land hätten bereits zugestimmt und auch die Gewerkschaft BCE sei dafür, verlautete aus dem Unternehmen.

<P>Den kompletten Umbau des früher als eher langweilig eingeschätzten Unternehmens, das über seine Tochter DSK auch die verbliebenen neun deutschen Kohlezechen betreibt, hatte Müller schon früh im Sinn. Bereits vor knapp eineinhalb Jahren setzte der frühere Bundeswirtschaftsminister das Thema quasi nebenbei auf die Agenda. "Ich sehe eines Tages RAG in der ersten Bundesliga der großen deutschen Konzerne, der sich Kapital auch über die Börse verschafft", zitierte ihn das Mitarbeitermagazin "Steinkohle" bereits im Oktober 2003, knapp fünf Monate nach seinem Amtsantritt bei dem Essener Traditionskonzern.<BR><BR>Seitdem hat der früher von Müller als "etwas barock" betitelte Konzern sein Gesicht gewandelt. Die RAG verkaufte ihren Ruhrgas-Anteil an Eon und bekam dafür das Ruder beim weltgrößten Spezialchemiekonzern Degussa in die Hand. 3,9 Milliarden Euro ließen sich die Essener die Mehrheitsübernahme insgesamt kosten. Degussa sorgt seit Juni 2004 für mehr als die Hälfte des RAG-Umsatzes. <BR><BR>Unter dem Codename "Alpha" sollen durch die Ausgabe von Aktien rund fünf Milliarden in die Kassen gespült werden - Geld für einen Fonds der Bundesregierung zur Deckung künftiger Kosten aus den Altlasten des deutschen Steinkohlenbergbaus. Bislang muss die RAG mit ihrem gesamten Vermögen für alle Risiken haften, die durch den Bergbau entstehen könnten. Wegen der Haftung und der öffentlichen Subventionen für den Bergbau sind die Anteile für RWE, Eon und ThyssenKrupp bislang wertlos, weil sie keine Dividende erhalten dürfen. Nach Angaben aus Finanzkreisen sind die Unternehmen daher bereit, ihre Anteile für einen symbolischen Euro an ein noch zu gründendes Bankenkonsortium zu geben, das den Börsengang vorbereiten soll.</P>

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