Exodus der Lieferanten: Basic-Vorstand stoppt Lidl

München - Nach einem Proteststurm empörter Kunden und Lieferanten hat die Bio-Supermarktkette Basic die geplante Übernahme durch den Discountkonzern Lidl gestoppt. Der öffentliche Druck sei zu groß geworden, sagte Basic-Vorstandschef Josef Spanrunft der "Süddeutschen Zeitung". Lidl lehnte eine Stellungnahme ab.

Basic betreibt bundesweit 25 Bio-Supermärkte und hatte im Februar den Lidl-Mutterkonzern Schwarz als Kapitalgeber ins Boot geholt, um schneller expandieren zu können. Nach Fälligkeit einer Wandelanleihe nächstes Jahr werde der Lidl-Konzern 23 Prozent der Basic-Aktien halten, sagte Basic-Sprecherin Sylvia Raabe. Aber gegen die Absicht von Basic-Mitbegründer Richard Müller und anderer Anteilseigner, ihre Namensaktien ebenfalls an Lidl zu verkaufen, machte der Vorstand jetzt von seinem Vetorecht Gebrauch.

Die Verkaufspläne hatten schon auf der Hauptversammlung im Juli zum internen Streit geführt. "Es ist viel Porzellan zerschlagen worden", sagte Basic-Chef Spanrunft. "Sehr viel Unruhe" sei in das Unternehmen gekommen, weil viele Kunden gegen die Kooperation mit Lidl protestierten und mehrere Lieferanten die Geschäftsbeziehungen aufkündigten. Der bundesweit führende Bio-Großhändler Dennree und die Erzeugergenossenschaft Tagwerk hatten angekündigt, Basic nicht mehr zu beliefern (wir berichteten). Ob die Mehrheitsübernahme durch den Lidl-Konzern jetzt endgültig vom Tisch sei, sei aber noch offen, sagte Spanrunft.

Basic ist die zweitgrößte deutsche Bio-Kette nach Alnatura und hat im vergangenen Jahr 73 Millionen Euro umgesetzt. Der Vorstand will jedes Jahr bis zu 15 weitere Bio-Supermärkte in Deutschland oder Österreich eröffnen.

Mit dem Einstieg von Lidl bei der Bio-Supermarktkette hatte Basic Neuland betreten. Allerdings beliefern viele Ökobauern und Bioproduzenten inzwischen auch Supermarktketten wie Rewe oder Tengelmann und Discounter wie Lidl, Plus oder Aldi.

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