Helmut Lind,Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München

Genossenschaftsbank legt zu

Sparda-Bank: Expansion statt Stellenabbau

München - Während viele Banken derzeit Mitarbeiter entlassen und Filialen schließen, setzt die Sparda-Bank München auf Expansion.

2012 konnte Bayerns größte Genossenschaftsbank gut 20 000 neue Kunden gewinnen – ein Plus von vier Prozent. Die Bilanzsumme stieg erstmals über die Marke von sechs Milliarden Euro. Der Überschuss vor Steuern kletterte um 18,6 Prozent auf 35,2 Millionen Euro. Für 2013 erwartet die Bank einen Gewinn von rund 30 Millionen Euro.

Wichtigstes Zugpferd ist für die Sparda-Bank weiterhin das kostenlose Gehaltskonto. „Daran werden wir auch nicht rütteln. Das kostenfreie Girokonto ist für uns eine heilige Kuh“, sagte Ralf Müller, stellvertretender Vorsitzender der Sparda-Bank München, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Gut 243 000 Girokonten verwaltet derzeit die Sparda-Bank München – ein Zuwachs von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Gerade Online-Banken werben massiv um Kunden. Auch ausländische Institute drängen auf den deutschen Markt. „Es gibt einen scharfen Wettbewerb um die Kundeneinlagen“, sagte Müller. Insgesamt fünf Milliarden Euro verwaltete die Sparda-Bank München Ende 2012 für ihre Kunden – davon die Hälfte Tagesgelder. Damit stiegen die Einlagen 2012 um 4,8 Prozent.

Einen kräftigen Zuwachs verzeichnete die Genossenschaftsbank im Kreditgeschäft. Das Neugeschäft in der Baufinanzierung stieg mit 592,1 Millionen Euro um 18,4 Prozent. Privatkredite kletterten um 39,4 Prozent auf 34,3 Millionen Euro. Der Umsatz bei den Wertpapierkäufen sank dagegen um 14 Prozent auf 161,2 Millionen Euro.

Die Sparda-Bank München will auch 2013 weiter wachsen. In diesem Jahr sollen fünf neue SB-Center in Oberbayern eröffnen. Derzeit ist die Sparda-Bank mit 46 Geschäftsstellen und 18 SB-Centern in Oberbayern vertreten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg 2012 auf 705 (Vorjahr: 678)

Scharfe Kritik übte Vorstandschef Helmut Lind an der geplanten Bankenunion. Eine europäische Bankenaufsicht auch für Genossenschaftsbanken und Sparkassen sei gerade noch verhindert worden. „Das Thema ist aber nur aufgeschoben“, sagte Lind. Er wehrte sich erneut gegen ein europäisches Einlagensicherungssystem. Eine solche Einlagensicherung für alle Banken der Eurozone würde einer Haftungsgemeinschaft gleichkommen, warnte Lind eindringlich: „Unsere Kunden können und dürfen nicht für Schäden zahlen, die durch riskante Geschäfte internationaler Banken verursacht wurden.“

Steffen Habit

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