Experte: Billig-Jobs bringen Wende auf dem Arbeitsmarkt

- München - So einig sich die Experten über den kommenden Aufschwung sind, so umstritten sind dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Während der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, mit einer spürbaren Verringerung der Erwerbslosigkeit erst im Jahre 2005 rechnet, erwartet der Berliner Wirtschaftsprofessor Michael Burda schon im nächsten Jahr deutlich mehr Beschäftigung. Unabhängig davon rechnet die Kreditwirtschaft 2004 mit einem neuen Pleitenrekord.

<P>Burda sagte dem Berliner "Tagesspiegel", dass die Arbeitslosenquote von derzeit zehn auf acht oder sieben Prozent zurückgehen werde. Vor allem im Niedriglohnsektor werde es neue Stellen geben. Zwar würden die Löhne in diesem Segment unter Druck geraten, doch würden andererseits auch mehr Menschen bereit sein, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen.<BR><BR>Burda sagte auch voraus, dass der gelockerte Kündigungsschutz viele Unternehmen dazu veranlassen werde, Firmenteile in kleinere Gesellschaften auszugliedern. Kündigungsschutz genießen ab 1. Januar neu angestellte Mitarbeiter nur in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten.<BR><BR>DIW-Präsident Zimmermann glaubt dagegen nicht an eine Erholung des Arbeitsmarkts schon 2004. Den "Lübecker Nachrichten" sagte er, dies liege an dem eher mäßigen Wachstum von nicht mehr als 1,5 Prozent Wachstum, das höher ausgefallen wäre, wenn die Steuererleichterungen im Vermittlungsausschuss nicht halbiert worden wären.<BR><BR>Von einer deutlichen Wirtschaftsbelebung gehen indessen der Vorsitzende der so genannten Wirtschaftsweisen, Wolfgang Wiegard, und der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans Werner Sinn, aus. Der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Gustav Adolf Horn, sieht laut "Bild" auch in dem starken Euro keinen Grund zur Beunruhigung: "Der Euro ist stark, aber die Exporte sind stärker, weil deutsche Produkte weltweit gefragt sind."<BR><BR>Trotz Konjunkturaufschwung erwartet der Chefvolkswirt der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Romeo Grill, 2004 einen neuen Insolvenzrekord. "Mit rund 43 000 Insolvenzen wird die Zahl der Pleiten gegenüber 2003 voraussichtlich um vier Prozent steigen", sagte Grill. Der Wirtschaftsexperte führt dies vor allem auf die nachlassende Zahlungsmoral der Bundesbürger zurück.<BR><BR></P>

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