Experte: Crashkurs ist "Bereinigung"

München - Der Börsenexperte Gottfried Heller sieht in dem massiven Einbruch an den Aktienmärkten das Platzen einer riesigen Kreditblase.

"Das ist die Bereinigung einer schwülen, überhitzten Situation", sagte Gottfried Heller, Chef der Fiduka Depotverwaltung, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Anlass zu einer Abkehr von Aktienanlagen sieht Heller aber nicht - im Gegenteil: Gerade in der gegenwärtigen Situation seien viele Papiere so günstig zu haben, wie schon lange nicht mehr.

Als "Hauptspieler" der Börsenturbulenzen sieht Heller die Hedgefonds, deren Eigenkapital weggeschmolzen sei. "Wenn sie nicht nachliefern können, werden sie exekutiert, da nährt die Baisse die Baisse", sagte Heller am Montag in München. Als Folge sei der Deutsche Aktienindex DAX derzeit "so bewertet, als stünde eine Rezession vor der Tür. Das ist nicht der Fall."

Wie es nun an den Aktienmärkten weitergeht, lässt sich aus Sicht Hellers nicht prognostizieren. "Panik lässt sich nie vom Ausmaß und von der Dauer vorhersagen", sagte der langjährige Partner und Freund des früheren Börsen-Gurus André Kostolany. Grundsätzlich gelte aber: "Jetzt kann man die besten Blue Chips wieder zu Kursen bekommen, die man sich vor drei oder vier Wochen nicht mal hätte träumen lassen." Schon im vergangenen Jahr hatte Heller kritisiert, dass Banken und Hedgefonds den Überblick über ihre Risiken verloren hätten. Die verbrieften und gebündelten Kredite könnten weder korrekt bewertet noch verkauft werden, hatte der Experte erklärt.

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