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Leere Speicher, hohe Gaspreise: Experte sieht dahinter russisches Kalkül

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Heizkörper
Am Dienstag waren die Erdgasspeicher in Deutschland nur noch zu knapp 45 Prozent gefüllt. Die hohen Gaspreise machen das Heizen teurer. (Symbolbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Der russische Staatskonzern Gazprom hält seine Lieferungen an Deutschland auf Sparflamme. Gasmarktexperte Fabian Huneke vermutet, dass der Ukraine-Konflikt der Grund dieses Verhaltens ist.

Berlin/Essen - Der Gasmarktexperte Fabian Huneke sieht im Verhalten des russischen Staatskonzerns Gazprom* einen Hauptgrund für den aktuell niedrigen Gesamtfüllstand der deutschen Gasspeicher.

Experte: Gazprom verhält sich bei seinen Gaslieferungen nicht marktrational

„Die Gasflüsse über die deutschen Grenzen sind unüblich niedrig für diese Jahreszeit - mit Ausnahme von Nord Stream 1, die sind konstant hoch“, sagte der Energiemarktexperte vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei verwunderlich, dass vor dem Hintergrund der hohen Preise und der hohen Nachfrage die Gaslieferkapazitäten Richtung Europa so wenig genutzt würden. „Wenn Gazprom sich marktrational verhalten würde, würden sie die Gaslieferungen nach Europa auch durch die Pipelines, die durch Belarus und die Ukraine führen, verstärken.“ Den Grund für dieses Verhalten sieht Huneke in der Ukraine-Krise.

Deutschlands Erdgasspeicher sind nur noch zu 45 Prozent gefüllt

Am Dienstag waren die Erdgasspeicher in Deutschland nur noch zu knapp 45 Prozent gefüllt, wie aus einer Übersicht der europäischen Speicherunternehmen hervorgeht. Seit Aufzeichnungsbeginn 2011 gab es keinen 18. Januar mit einem niedrigeren Prozentwert.

Der Branchenverband der Speicherunternehmen in Deutschland, die Initiative Energien Speichern (INES), nennt andere Gründe für den aktuellen Füllstand. So sei der April 2021 ungewöhnlich kalt gewesen, so dass zu Beginn der Auffüllsaison noch einmal viel Gas* entnommen wurde, sagte INES-Geschäftsführer Sebastian Bleschke. Anschließend seien, anders als in den Vorjahren, im Sommer die Preise gestiegen. Der Gasmarkt habe deshalb verhalten reagiert und nicht so viel eingespeichert. (dpa)

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