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Der PC-Markt werde in diesem Jahr um knapp 4,5 Prozent auf rund 300 Millionen verkaufte Geräte schrumpfen, prognostiziert Gartner. Foto: Oliver Berg/Symbolbild

Experte: Starker Dollar bremst PC-Verkäufe

Mit der Ankunft des Tablet-Computers wurde der PC schon totgesagt. Trotzdem verkaufen sich die Computer noch bemerkenswert gut. Sorge bereitet den Herstellern eine andere Entwicklung.

Berlin (dpa) - Der starke Dollar-Kurs schlägt laut Marktforschern merklich auf den PC-Absatz durch.

"Die Hersteller haben keine andere Wahl, als die höheren Preise an die Kunden weiterzugeben", sagte Ranjit Atwal von der Analysefirma Gartner. "Anderenfalls würden sie tiefrote Zahlen schreiben."

Über die gesamte Produktionskette hinweg seien die Kosten der Hersteller um bis zu 20 Prozent gestiegen, sagte Atwal.

Und gerade im Geschäft mit Unternehmen, auf das die PC-Anbieter angewiesen sind, bedeuteten höhere Preise schnell weniger Absatz: "Denn die IT-Budgets werden schon Anfang des Jahres festgezurrt." Vom Start des neuen Betriebssystems Windows 10 Ende Juli erwartet der Analyst keinen Schub für den Markt, aber immerhin eine stabilisierende Wirkung.

Der PC-Markt werde in diesem Jahr um knapp 4,5 Prozent auf rund 300 Millionen verkaufte Geräte schrumpfen, prognostiziert Gartner. Auslöser ist der Einbruch bei klassischen Laptops und Desktop-Rechnern von über neun Prozent auf 251 Millionen Geräte.

Das Plus bei den moderneren dünnen "Ultramobile"-Notebooks kann das in diesem Jahr noch nicht ausgleichen. Ab 2016 soll der Absatzanstieg bei dieser Gerätekategorie aber den Rückgang bei klassischen PCs überholen.

Aktuell ist die fortlaufende Schwäche im PC-Markt vor allem in Westeuropa, Russland und Japan noch ein zentraler Grund, warum Gartner seine Prognose für den gesamten Hardware-Markt absenkte.

Die Marktforschungsfirma rechnet jetzt mit 2,45 Milliarden verkauften Personal Computern, Tablets und Mobiltelefonen. Das wäre ein Plus von 1,45 Prozent. Ursprünglich hatte Gartner mit 1,3 Prozentpunkten mehr Wachstum gerechnet.

"Viele Hersteller haben im Moment zu kämpfen, es gibt keine klaren Boom-Segmente", betonte der Gartner-Experte. In den Entwicklungs- und Schwellenländern, aus denen das meiste Wachstum kommt, sind die Preise rapide gesunken - und das drücke auch bei hohen Stückzahlen die Umsätze. "In Indien etwa bekommt man ein ein Paar Generationen altes Smartphone für 30 Dollar. Da ist es schwer für Hersteller, Profite zu machen", sagte Atwal.

Bei Smartphones rechnet Gartner für dieses Jahr insgesamt mit einem Zuwachs von 25 Prozent auf rund 1,5 Millionen Geräte. Besonders hohes Wachstum gebe es derzeit in Afrika mit einem plus von 35 Prozent, sagte Analystin Annette Zimmermann.

Aktuelle Prognose von Gartner

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