+
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer mutmaßt: GM will Opel in die Insolvenz treiben.

Experte: GM will Opel in die Insolvenz treiben

Rüsselsheim - Der Autobauer General Motors (GM) spielt nach Überzeugung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer auf Zeit und will seine Tochter Opel in die Insolvenz treiben.

Bei einer Insolvenz könne GM sich ohne große Sozialleistungen der Opel- Standorte Antwerpen, Bochum, Kaiserslautern und Ellesmere Port “entledigen“, schreibt der Experte für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen in einer der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegenden Analyse. “Man gewinnt den Eindruck, GM spielt mit den Werken Monopoly“, kritisiert Dudenhöffer. GM versuche, die Entscheidung bis nach der Bundestagswahl hinauszögern, damit der politische Druck aus Deutschland geringer werde.

Lesen Sie auch:

Immer noch kein Ausweg für Opel

Opel-Betriebsrat: GM gibt ablehnende Haltung gegen Magna auf

Linde gibt Hoffnung für 2009 auf

Am Dienstag hatte die GM-Führung die Entscheidung zu Opel verschoben. Der GM-Verwaltungsrat gab in der Nacht kein Votum dazu ab, an wen Opel verkauft werden soll. Der Konzern verhandelt seit Monaten mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna sowie dem Finanzinvestor RHJ International. Nach Ansicht Dudenhöffers bevorzugt GM den Finanzinvestor RHJI, weil der US-Konzern später leichter Anteile zurückkaufen und Opel wieder integrieren könnte.

Das Kalkül

Das Kalkül der Amerikaner sehe folgendermaßen aus: Da sich Bund und Länder gegen das RHJI-Angebot ausgesprochen haben und Magna bevorzugten, könnte es sein, dass die Länder die staatlichen Bürgschaften kündigten. “Damit bliebe die Insolvenz. Dies ist mit Sicherheit ein Szenario, das bei GM genau geprüft wird“, schreibt Dudenhöffer. Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte das Thema Insolvenz mehrfach als Option ins Spiel gebracht.

Der Opel- Betriebsrat lehnt dies aber ab - auch aus Angst, mögliche Opel-Käufer zu verschrecken. Autoexperte Dudenhöffer geht davon aus, dass der GM-Konzern, der nach Ende des Insolvenzverfahrens wiedererstarkt ist, seinen Einfluss bei Opel in jedem Fall behalten möchte. “GM hängt stärker an Opel als vermutet“, schreibt Dudenhöffer. Der ehemals weltgrößte Autobauer werde ohne Opel und weitere kleinere Tochtermarken im Jahr 2010 auf den vierten Platz abrutschen. Die Chancen am Markt seien dann deutlich schlechter.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schließt nach EZB-Entscheid mit Verlusten
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Donnerstag nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen. Der deutsche …
Dax schließt nach EZB-Entscheid mit Verlusten
Airbus-Verwaltungsratschef für Wechsel in der Führungsetage
Korruptionsverdacht und Personalspekulationen: Seit Monaten rumort es beim europäischen Luftfahrtriesen Airbus. Nun wird auch ganz offen über mögliche Management-Wechsel …
Airbus-Verwaltungsratschef für Wechsel in der Führungsetage
IG Metall kündigt Warnstreiks auch im Südwesten an
Ludwigsburg (dpa) - Der Metall- und Elektroindustrie stehen in der laufenden Tarifrunde auch in Baden-Württemberg ab dem 8. Januar die ersten Warnstreiks bevor.
IG Metall kündigt Warnstreiks auch im Südwesten an
Ratiopharm-Mutterkonzern Teva streicht 14 000 Stellen
Das Unternehmen Teva war bisher Israels ganzer Stolz: Symbol für israelischen Erfinder- und Unternehmergeist. Doch jetzt kündigt die Ratiopharm-Mutter weltweite …
Ratiopharm-Mutterkonzern Teva streicht 14 000 Stellen

Kommentare