Experten: 2007 nur noch 3,9 Millionen Arbeitslose

- München ­- Die Arbeitsmarkt-Experten der Bundesagentur für Arbeit gelten nicht gerade als die größten Optimisten. Dennoch rechnen die Nürnberger Fachleute mit deutlich weniger Arbeitslosen als bisher vorhergesagt: Statt 4,3 Millionen erwarten die Experten für 2007 nur 3,9 Millionen Jobsuchende im Jahresschnitt. Von der Belebung am Arbeitsmarkt werden Langzeitarbeitslose allerdings kaum profitieren.

Verantwortlich für die guten Aussichten ist das stabile Wirtschaftswachstum und die geringe Winterarbeitslosigkeit. So erwartet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für 2007 ein Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent. Dadurch könnten in diesem Jahr bis zu 300 000 neue Stellen entstehen. Die Zahl der Erwerbstätigen würde damit auf 39,41 Millionen steigen. Erstmals seit dem Jahr 2000 steigt nach IAB-Einschätzung auch die Zahl der Vollzeitstellen -­ und zwar um rund 30 000.

Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürfte auch 2008 anhalten. Nach Einschätzung des Nürnberger Instituts wird sich das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr sogar beschleunigen. Die Zahl der Arbeitslosen könnte 2008 im Jahresschnitt auf 3,6 Millionen sinken, so die Forscher.

Vom Aufschwung profitiert vor allem der Westen. Während die Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern in diesem Jahr um 14,1 Prozent sinkt, liegt der Rückgang im Osten lediglich bei 10,3 Prozent. "Das Ost-West-Gefälle ändert sich also kaum", schreiben die Arbeitsmarktforscher.

Auch für die Langzeitarbeitslosen haben sich die Aussichten kaum verbessert. Nur jeder vierte Hartz-IV-Empfänger hat 2006 wieder einen regulären Job gefunden. Zum Vergleich: Bei den Arbeitslosen, die weniger als ein Jahr auf Jobsuche waren, konnte jeder Zweite vermittelt werden. Für 2007 erwartet das IAB bei den Langzeitarbeitslosen daher nur einen Rückgang von 220 000. Ihr Anteil an den Arbeitslosen steigt sogar von 63 auf 67 Prozent. Um die Zahl der Hartz-IV-Empfänger zu reduzieren, müsste die Weiterbildung und Vermittlung deutlich verstärkt werden, so die Experten.

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