Experten: Arbeitslosenzahl auf 3,45 Millionen gesunken

Der seit knapp zwei Jahren anhaltende positive Trend setzte sich auch im Oktober fort. Nach Berechnungen von Bankenvolkswirten ist die Zahl der Arbeitslosen im zu Ende gehenden Monat um etwa 90 000 auf rund 3,45 Millionen zurückgegangen.

Dies wären rund 630 000 weniger als vor einem Jahr, berichteten die Fachleute in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die offiziellen Zahlen will die Nürnberger Bundesbehörde an diesem Dienstag bekanntgeben.

In Bayern ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um fast 18 000 auf 298 000 gesunken. Damit wurde erstmals seit Juni 2001 wieder die Marke von 300 000 unterschritten. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Erwerbslosen im Freistaat um rund 83 000 zurück.. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 4,5 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 5,8 Prozent gelegen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt (im August) mit 4,435 Millionen um rund 100 000 über dem Vorjahreswert.

"Wir gehen davon aus, dass die Dynamik anhält; allerdings dürfte sich das Tempo etwas verringern", lautet etwa die Prognose des Dresdner-Bank-Volkswirts Gregor Eder. Im Jahr 2008 rechnet der Banken-Vertreter aber nur noch mit einem Rückgang der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit um 300 000 auf 3,5 Millionen. Für dieses Jahr gilt ein Rückgang um etwa 700 000 auf 3,8 Millionen als sehr wahrscheinlich.

Nach Eders Einschätzung ist in der Wirtschaft zwar ein "Stimmungseinbruch" zu beobachten. "Wenn man sich aber die harten Fakten wie die Auftragslage und die Industrieproduktion anschaut, gehen wir davon aus, dass es mit dem Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten und auch im nächsten Jahr weiter aufwärts geht", unterstrich Eder. Diese Prognose teilt im Großen und Ganzen Glenn Marci von der genossenschaftlichen DZ-Bank: "Der Trend auf dem Arbeitsmarkt bleibt positiv."

Ungleich skeptischer ist Deutsche-Bank-Volkswirt Stephan Bielmeier. Er rechnet für Oktober lediglich mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um knapp 50 000. "Die Situation hat sich gewandelt. Wir haben inzwischen einige Wachstumsrisiken. Außerdem war die Arbeitslosigkeit seit Sommer 2006 um rund eine Million gesunken. Da sind inzwischen keine allzu rasanten Abwärtsbewegungen mehr zu Erwarten", lautet die Einschätzung des Volkswirts.

Im September war die Zahl der Arbeitslosen mit 3,543 Millionen auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gesunken, gleichzeitig erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit 39,86 Millionen den höchsten Stand seit der ersten gesamtdeutschen Erhebung im Jahr 1991. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im September in Deutschland 637 000 Erwerbstätige mehr und 694 000 Arbeitslose weniger, hatte die Bundesagentur für Arbeit im Vormonat berichtet. (dpa)

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