Experten: Aufschwung dämpft Winterarbeitslosigkeit

Nürnberg - Der kräftige Wirtschaftsaufschwung hat die Winterarbeitslosigkeit nach Experten-Einschätzung im Februar deutlich gedämpft.

Die Zahl der Arbeitslosen sei daher im zu Ende gehenden Monat auf dem Vormonatsniveau geblieben oder sogar leicht gesunken, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken am Mittwoch in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Lediglich ein von dpa befragter Bank-Ökonom hat für den Februar einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen errechnet. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am kommenden Dienstag (1. März) in Nürnberg bekanntgeben.

Nach Einschätzungen der übrigen Bankenvolkswirte schwankt der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar zwischen 5000 und 25 000. Im Februar wären damit zwischen 3,22 Millionen und 3,24 Millionen Männer und Frauen als arbeitslos gemeldet. Lediglich der Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld hält angesichts des harten Winters einen Anstieg der Erwerbslosenzahl um 25 000 auf bis zu 3,37 Millionen für möglich. In den zurückliegenden Jahren hatte es auf dem Arbeitsmarkt - je nach Wetterlage - sowohl starke starke Zuwächse aber auch deutliche Rückgänge gegeben.

Unabhängig von Saisoneffekten sehen alle von dpa befragten Volkswirte den deutschen Arbeitsmarkt in einer soliden Verfassung. Ohne die Saisoneffekte wäre nach ihrer Auffassung die Arbeitslosigkeit im Februar zwischen 10 000 und 30 000 zurückgegangen. “Konjunkturell stehen die Zeichen am Arbeitsmarkt weiter auf Aufschwung“, betonte etwa Hypovereinsbank-Volkswirt Alexander Koch. Und auch DZ-Bank-Ökonom Glenn Marci ist überzeugt: “Auf dem Arbeitsmarkt ist noch weiterer Schub drin“. Für Tuchtfeld dürfte die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2011 mit 170 000 fast so stark zurückgehen wie 2010.

Im Januar hatte der frostige Winter die Arbeitslosigkeit auf 3,347 Millionen steigen lassen. Im Vergleich zum Dezember 2010 war das ein Anstieg von 331 000; vor einem Jahr waren im Januar allerdings noch 270 000 mehr Menschen auf Jobsuche gewesen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitgeteilt hatte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,7 Punkte auf 7,9 Prozent zu. Nach Abzug saisonaler Effekte war die Zahl der Erwerbslosen allerdings zurückgegangen. Als Gründe für die gute Entwicklung hatte die Bundesagentur den Wirtschaftsaufschwung und die wachsende Zahl von Menschen genannt, die altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden und damit auch nicht mehr arbeitslos werden können.

dpa

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