Mehr Erwerbslose in Bayern?

Experten: Arbeitslosigkeit kräftig gestiegen

Nürnberg - Mit dem Dezember beginnt auch für den Arbeitsmarkt meist die trübe Jahreszeit. Saisonbedingt trennen sich Unternehmen von einem Teil ihrer Arbeitskräfte.

Trotz des milden Winters hat die Zahl der Arbeitslosen in Bayern nach Experteneinschätzung im Dezember kräftig zugelegt. Fachleute gehen dabei auf der Basis der Vormonatsentwicklung von rund 260.000 Erwerbslosen aus; dies wären rund 15.000 mehr als im November und rund knapp 11.000 mehr als vor einem Jahr. Die Dezember-Arbeitslosigkeit würde damit etwas stärker wachsen als im Schnitt der vergangenen drei Jahre.

Das winterliche Wetter führt vor allem auf dem Bau, in Gärtnereien und in der Gastronomie regelmäßig zum Beginn der kalten Jahreszeit zu einem vorübergehenden Stellenabbau. Bundesweit rechnen von der Nachrichtenagentur dpa befragte Volkswirte mit einem Anstieg der Dezember-Arbeitslosigkeit von 90.000. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA) am 7. Januar bekanntgeben.

Ein Experte des bayerischen Arbeitsministeriums geht dagegen nur von einer leichteren Zunahme der Arbeitslosigkeit im Dezember im Freistaat aus. „Trotzdem werden wir weiter über dem Vorjahresniveau liegen“, erwartet auch er. Die Zeichen deuteten aber wieder eine „positive Entwicklung“ an. Dabei erinnerte er unter anderem an die weiterhin gute Binnennachfrage. Auch die Exportgeschäfte würden 2014 wieder besser laufen und für Schub auf dem Arbeitsmarkt sorgen.

Bezogen auf das Gesamtjahr würde damit die Zahl der bayerischen Arbeitslosen im Schnitt bei knapp 265.000 liegen. Dies wären rund 17 000 Erwerbslose mehr als im Durchschnitt des Jahres 2012. Die Arbeitslosigkeit hatte im Januar und Februar erstmals wieder die psychologische wichtige 300.000er Marke überschritten. Zugleich hatte sich der bayerische Arbeitsmarkt in den beschäftigungsstarken Monaten Mai und Juni sowie September und Oktober nicht annähernd so gut erholt wie im Jahr 2012. Beides führt zu einem höheren Durchschnittswert.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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