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Die Konjunkturaussichten für Deutschland werden von den Experten negativ beurteilt.

"Kleine Delle"

Experten beurteilen Konjunkturaussichten negativ

Berlin - Die Konjunkturerwartungen für Deutschland trüben sich nach Meinung von Finanzexperten weiter ein. Der monatlich vom Mannheimer Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene ZEW-Index  sank im Juli erneut.

Verglichen mit dem Vormonat sank der Index um 2,7 Punkte auf 27,1 Punkte. Es ist bereits der siebte Rückgang in Folge, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Der viel beachteten Konjunktur-Index lag aber weiterhin über seinem historischen Mittelwert von 24,7 Punkten.

ZEW-Präsident Clemens Fuest wertete den neuerlichen Rückgang als Folge der zuletzt tendenziell negativen Nachrichten aus der Wirtschaft. Grundsätzliche Zweifel an den wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands gebe es unter den befragten Experten nicht, erklärte er.

"Die deutsche Konjunktur hat sich zuletzt eine kleine Delle eingefangen - im Einzelhandel wurde weniger umgesetzt, zudem produzierte die deutsche Industrie weniger und verzeichnete geringere Auftragseingänge. Der Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen spiegelt die Ernüchterung darüber wider", betonte Fuest. "Dennoch bleibt der mittelfristige wirtschaftliche Ausblick in der Grundtendenz positiv."

Der ZEW-Index misst, wie Analysten und institutionelle Anleger wie Fondsmanager die ökonomische Lage in sechs Monaten einschätzen. Je niedriger der Wert ist, desto pessimistischer sind sie. Daneben erhebt das Institut auch einen Index, der die Experten-Einschätzung zur aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft abbildet. Dieser sank im Juli um 5,9 Punkte auf 61,8 Punkte.

Die gesondert erfassten Konjunkturerwartungen für die Eurozone gingen im Juli ebenfalls zurück. Das ZEW verzeichnete einen Rückgang von 10,3 Punkten auf 48,1 Punkten. An der aktuellen Umfrage beteiligten sich laut ZEW 238 Analysten und institutionelle Anleger.

AFP

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