Experten dämpfen Konjunkturerwartungen

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Berlin (dpa) - Der Aufschwung in Deutschland ist aus Expertensicht durch die Krise an den internationalen Finanzmärkten nicht bedroht, verliert aber an Kraft. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) senkte seine Prognose für das Wachstum 2008 von bisher 2,2 auf 1,9 Prozent.

Für dieses Jahr wird unverändert mit plus 2,5 Prozent gerechnet. Die Wachstumskräfte verlagerten sich dabei mehr und mehr vom Ausland ins Inland. So werde der Export langsamer wachsen. Der private Konsum dürfte dagegen nach langer Flaute 2008 aufholen und zu einem Wachstumstreiber werden. Die Arbeitslosenzahl soll 2008 demnach auf 3,5 Millionen zurückgehen.

Im nächsten Jahr werde sich das Wachstum erstmals seit 2003 ausschließlich aus der Inlandsnachfrage speisen, sagte IW-Direktor Michael Hüther in Berlin. Neben dem Konsum dürften dazu vor allem die Investitionen beitragen, da Produktionskapazitäten auf breiter Front an der Auslastungsgrenze stünden. Auch ostdeutsche Firmen könnten von einer Erholung der Binnenkonjunktur profitieren. Der zuletzt sichtbare Erholungskurs am Bau werde aber wohl unterbrochen.

Insgesamt sei die deutsche Konjunktur weiterhin robust, sagte Hüther. Eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Firmen ermögliche es, auch die breiter werdenden globalen Risiken besser abzufedern. Dazu gehörten hohe Energie- und Rohstoffpreise, aber auch Folgen der Finanzmarktturbulenzen im Zuge der Krise auf dem US-Immobilienmarkt.

Für das Wachstum der Vereinigten Staaten sei aktuell keine Rezession, sondern eine "weiche Landung" zu erwarten. Deutsche Firmen bräuchten keine Kreditklemme zu befürchten. Zu rechnen sei jedoch mit höheren Kosten und strengeren Bedingungen für Fremdfinanzierungen.

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