Experten erwarten fallenden Benzinpreis

New York/London/Wien - Die Ölpreise sind am Donnerstag erneut leicht gesunken. Angesichts des Preisrückgangs rechnen Experten nun damit, dass auch Benzin in den nächsten Wochen billiger wird.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im September sank im Mittagshandel im Vergleich zum Handelsschluss am Vortag um 75 Cent auf 126,02 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 1,12 Dollar auf 125,98 Dollar.

Die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud, sagte in der BILD-Zeitung (Donnerstagausgabe) einen Benzinpreis von durchschnittlich 1,30 Euro je Liter voraus. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Euro stark bleibe. Auch Allianz-Chefökonom Michael Heise hält diese Höhe für möglich, sofern die Situation in erdölfördernden Ländern stabil bleibt. Der Spritpreis läge damit fast 30 Cent unter dem Rekordwert von Anfang Juli, als der Preis für den Liter Superbenzin im Bundesschnitt auf 1,58 Euro angestiegen war.

Grund für den gesunkenen Ölpreis sind laut Händlern Gewinnmitnahmen nach dem deutlichen Preisanstieg am Vortag. Am Mittwoch hatten unerwartet stark gesunkene Benzinlagerbestände in den USA und eine deutlich gesunkene Ölförderung in Nigeria die Ölpreise um rund fünf Dollar in die Höhe getrieben.

In den Tagen zuvor waren die Ölpreise angesichts eines erwarteten Rückgangs der Nachfrage in den Industriestaaten allerdings bereits stark gefallen. Laut Commerzbank war der Preisanstieg am Mittwoch zudem auf kurzfristige Effekte zurückzuführen, weshalb bald mit einem weiteren Absinken des Ölpreises zu rechnen sei.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist unterdessen ebenfalls gefallen. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel am Mittwoch 120,88 Dollar. Das waren 85 Cent weniger als am Vortag. Die OPEC berechnet ihren Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

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