Experten erwarten mehr Arbeitslose im November

- Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im November erstmals seit Juli wieder zugenommen. Experten rechnen mit einem witterungsbedingten Anstieg um rund 50 000 auf etwa 4,25 Millionen.

<P>Die anziehende Konjunktur führe nach wie vor nicht zu einer Belebung auf dem Arbeitsmarkt, betonten die Analysten deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage. Dementsprechend liege die Zahl der Erwerbslosen um etwa 65 000 über dem Vorjahresniveau. Die offiziellen Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit an diesem Donnerstag in Nürnberg bekannt.</P><P>Der Anstieg der Arbeitslosenzahl im November hat in erster Linie saisonale Gründe. Vor allem im Baugewerbe, in der Fremdenverkehrsbranche sowie in Agrarberufen führten die Vorboten des Winters zu einem vorübergehenden Abbau von Arbeitsplätzen. So erwarten die Analysten nach Abzug der jahreszeitlichen Effekte einen weiteren Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl um 10 000 bis 20 000 auf etwa 4,47 Millionen.</P><P>Auch für das kommende Jahr rechnen Arbeitsmarktexperten zunächst nicht mit einer Trendwende. Vor allem auf Grund der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe ergibt sich auch für die Statistiker des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) "eine Gemengelage von Unsicherheiten". Ohne Berücksichtigung der neuen Regelungen im Sozialgesetzbuch II prognostizieren die Wissenschaftler des IAB lediglich einen Rückgang der Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt um rund 15 000 auf 4,37 Millionen.</P><P>Als Folge der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolischen Instrumente schließen auch die Statistiker der Bundesagentur für Arbeit ein Überschreiten der Fünf-Millionen-Marke zum Jahresbeginn nicht aus. Zusätzlich zur üblichen Winterarbeitslosigkeit von rund 400 000 rechnet das IAB mit gut 300 000 erwerbsfähigen Sozialhilfeempfängern, die sich auf Grund der Gesetzesänderungen zu Beginn des neuen Jahres zusätzlich arbeitslos melden. Aus der Sicht der Bankanalysten sollte die Fünf-Millionen-Marke bei der Arbeitslosenzahl deshalb nicht überbewertet werden.</P><P>Ende Oktober waren in Deutschland 4 206 600 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 55 300 mehr als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 10,1 Prozent.</P>

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