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Laut einer EZB-Umfrage soll das Wachstum im Euroraum leicht steigen.

Experten heben Wachstumsprognose an

Frankfurt/Main - Europäische Konjunkturexperten sehen die Wachstumschancen im Euro-Raum wieder etwas optimistischer. Auch die Preisentwicklung soll gedämpft sein.

Bei einer Befragung durch die Europäischen Zentralbank (EZB) hoben die Fachleute ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2010 leicht auf 1,2 Prozent an, wie die Notenbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht mitteilte. Vor drei Monaten hatten sie noch ein Wachstum von 1,0 Prozent vorhergesagt. Für 2011 wurde das Wachstum in den 16 Euro-Ländern unverändert auf 1,6 Prozent veranschlagt. Die Befragten rechnen nicht vor 2011 mit einer nachhaltigen Konjunkturerholung. Sie begründeten dies damit, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt nur ganz allmählich verbessern und die Investitionstätigkeit aufgrund der niedrigen Kapazitätsauslastung nicht vor 2011 wieder in Schwung kommen werde.

Außerdem dürfte nach ihrer Einschätzung die Inlandsnachfrage im laufenden Jahr relativ schwach bleiben. Die Exporte könnten zudem durch einen starken Euro gebremst werden. Die Inflationserwartungen der Experten bleiben moderat. Die Teuerung im Euro-Währungsgebiet wird demnach 2010 bei 1,3 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 1,5 Prozent steigen. Längerfristig liegt die Einschätzung unverändert bei 1,9 Prozent. Auch nach Einschätzung der EZB dürfte die Preisentwicklung gedämpft bleiben. Daher seien die derzeitig niedrigen Zinssätze nach wie vor angemessen, betonte Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet.

Die Inflation liegt seit Monaten unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Inflationsraten von knapp unter 2,0 Prozent Preisstabilität gewahrt sieht. Im vergangenen Jahr fiel die jährliche Teuerung im gemeinsamen Währungsgebiet massiv auf 0,3 Prozent und war damit so niedrig wie noch nie seit der Einführung des Euro.

dpa

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