Experten: Höhere Preise für Strom und Erdgas

- Mannheim/Berlin - Die Verbraucher müssen nach Einschätzung von Experten im nächsten halben Jahr für Erdgas und Strom noch tiefer in die Taschen greifen. Dagegen wird bei Erdöl, Mineralöl und Kohle kurzfristig ein stabiles Preisniveau erwartet. Allerdings sei auch bei diesen Energieträgern auf Sicht von fünf Jahren mit einer weiteren Verteuerung zu rechnen, so das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

<P>Der Stromverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Wie der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in Berlin meldete, stieg er im Vergleich zu 2003 um 0,7 Prozent. Die Zunahme lag damit deutlich unter dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent 2004. Das sei eine Folge der wachsenden Energieeffizienz in Industrie und Haushalten, erklärte der Verband.<BR><BR>Beim Strom gingen 55 Prozent der Experten von einem Preisanstieg in den nächsten sechs Monaten aus, 44 Prozent erwarten stagnierende Preise, und so gut wie niemand meinte, dass die Strompreise sinken werden. Einen Preisanstieg bei Erdgas erwarteten in den kommenden sechs Monaten 69 Prozent der Experten. Nur 27 Prozent gingen von einem stagnierenden und lediglich 4 Prozent von einem sinkenden Gaspreis aus. Auch langfristig rechnet die große Mehrheit laut ZEW nicht mit einer Entspannung beim Gaspreis. Ein Grund hierfür könnte die verzögerte Bindung des Erdgaspreises an den Ölpreis sein, der in der Vergangenheit stark gestiegen sei. <BR><BR>Der Preis für Erdöl wird im nächsten halben Jahr nach Ansicht der Hälfte der Experten neben den marktüblichen Schwankungen auf dem derzeit erreichten Niveau verharren. Jeweils ein Viertel der Befragten geht dagegen von steigenden oder sinkenden Preisen aus. Auf Sicht von fünf Jahren rechneten etwa 70 Prozent der Experten mit einem steigenden, 20 Prozent mit einem stagnierenden und lediglich 10 Prozent mit einem sinkenden Ölpreis.</P>

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