Experten: Job-Boom hält vorerst an

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Nürnberg (dpa) - Auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeigen sich zum Spätsommer trotz schwächerer Konjunktur keine Anzeichen für ein Ende des Job-Booms.

Allerdings könnte sich der Abbau der Arbeitslosigkeit zum Winter deutlich verlangsamen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch. Einige Experten rechnen nach drei Jahren Arbeitsmarktaufschwung sogar wieder mit einer stagnierender Arbeitslosigkeit im Jahr 2009. Auch eine leichte Zunahme sei möglich.

"Wir werden noch zwei bis drei Monate erfreuliche Zahlen haben. Dann werden sich die Schleifspuren der nachlassenden Konjunktur am Arbeitsmarkt bemerkbar machen", befürchtet etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld.

Im August waren nach Berechnungen der Bankenvolkswirte rund 3,2 Millionen Menschen arbeitslos; dies wären rund 10 000 bis 15 000 weniger als im Juli und rund 500 000 weniger als vor einem Jahr. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Arbeitslosen im August allerdings im Durchschnitt deutlich stärker gesunken. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag bekanntgeben.

Auf eine unverändert robuste Arbeitsmarktlage weisen auch aktuelle Meldungen der Bundesagentur hin. Danach ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im August wieder gestiegen, nachdem sie im Juli erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen war. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA), der BA-X, kletterte im zu Ende gehenden Monat um sieben Punkte auf 251 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Plus von 39 Punkten.

Auch für den Arbeitsmarktexperten der genossenschaftlichen DZ- Bank, Philipp Jäger, hat der Job-Boom der vergangenen drei Jahre seinen Zenit überschritten: "Im Moment läuft es auf dem Arbeitsmarkt noch rund. Das könnte sich aber im Herbst ändern. Eine deutliche Veränderung werden wir gegen Jahresende spüren", lautet seine Prognose. Allerdings geht er zunächst nur von einer Stagnation aus.

Dagegen hält Alexander Koch von der Münchner HypoVereinsbank im Laufe des Jahres einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 150 000 für möglich. Ursache dafür sind nach seiner Ansicht die sich seit Monaten abschwächenden Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Davon werde sich der Arbeitsmarkt kaum abkoppeln können.

Die in den vergangenen Wochen diskutierte Einschätzung, der Arbeitsmarkt könnte dieses Mal das Konjunkturtal unbeschadet durchlaufen, teilen die Bankenvolkswirte nicht. "Wir gehen nicht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt vollkommen von der Konjunkturentwicklung abkoppeln kann", stellte Commerzbank-Vertreter Tuchtfeld fest.

Im Juli hatte die Zahl der Arbeitslosen um 50 000 auf 3 210 000 zugelegt. Das waren 505 000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 7,7 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,9 Prozent gelegen. In Westdeutschland waren im Juli 2 120 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 47 000 mehr als im Vormonat und 330 000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland lag die Arbeitslosenzahl im Juli bei 1 090 000. Das waren 3000 mehr als im Juni und 175 000 weniger als vor zwölf Monaten.

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