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Noch sehen die Experten keine Hinweise auf eine drohende Jobkrise.

Trotz Herbstaufschwung

Konjunkturflaute setzt dem Arbeitsmarkt zu

Nürnberg - Meist sorgt das Ende der Sommerpause für einen kräftigen Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt - der fällt dieses Jahr ungleich schwächer aus als sonst.

Die ungewissen Konjunkturaussichten haben nach Experteneinschätzung den Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt spürbar gedämpft. Viele Unternehmen zögerten mit Neueinstellungen. Die Zahl der Jobsucher sei daher im September lediglich um rund 110 000 auf 2,795 Millionen gesunken, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage am Mittwoch. Im Schnitt der vergangenen drei Boomjahre war die September-Arbeitslosigkeit um 143 000 zurückgegangen. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag in Nürnberg veröffentlichen.

Auf einen sich zunehmend schwächer entwickelnden Arbeitsmarkt weisen auch die bereits am Mittwoch veröffentlichten BA-Daten zur Kräftenachfrage in Deutschland hin. Danach ist die Zahl der offenen Stellen nach Abschwächungstendenzen in den Vormonaten im September weiter gesunken, geht aus dem Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) hin. Der Index sank um zwei Punkte auf 161 Zähler. Der auf der Basis des Stellenangebots errechnete Wert zeigte sich damit zum Herbstbeginn um 11 Punkte schwächer als vor einem Jahr.

Keine Erholung der Lage vor Sommer 2013

Wachsende Skepsis bei Unternehmen beobachten auch die befragten Bankenvolkswirte: „Ich habe überwiegend Meldungen, dass Unternehmen bei der Personaldisposition vorsichtiger agieren“, begründet etwa der Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld seine Skepsis. Gründe sind seiner Ansicht nach nicht nur die aktuelle Schwächephase der deutschen Wirtschaft, sondern auch „die Unsicherheit über den weiteren Fortgang der Schuldenkrise“. Für dieses Jahre rechnen daher Bankenvolkswirte mit einer Stagnation oder sogar leicht steigender Erwerbslosigkeit.

Hinweise für eine drohende Jobkrise sieht allerdings keiner der Fachleute, auch wenn sie eine Erholung der Arbeitsmarktlage nicht vor dem Sommer 2013 erwarten. Bislang hatten die meisten schon früher damit gerechnet. „Der Job-Aufschwung ist noch nicht komplett ausgelaufen. Das sehe ich ganz genauso wie BA-Chef Weise. Die Lage ist noch ganz ordentlich“, betont etwa HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch. Er verweist auch darauf, dass trotz der abgeschwächten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland weiter steigt. Neue Stellen, etwa bei Dienstleistungsunternehmen, würden oft mit Zuwanderern besetzt.

dpa

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