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Die Konjunkturprognosen sind von den Experten nach oben korrigiert worden.

Experten korrigieren Konjunkturprognosen nach oben

Frankfurt/Main - Forschungsinstitute und Bankexperten sehen die Konjunkturentwicklung in Deutschland deutlich günstiger als noch vor kurzem.

 “Die Daten sind überraschend positiv“, sagte Joachim Scheide vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Die Deutsche Bank korrigierte nach einem Bericht der “Frankfurter Rundschau“ ihre Konjunkturprognose für 2010 deutlich nach oben und erwartet nun ein Wachstum von 1,4 Prozent. Experten äußerten zudem die Hoffnung auf eine weniger starke Zunahme der Arbeitslosigkeit. IfW-Konjunkturforscher Scheide sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP, das Institut sei gerade dabei, seine Konjunkturprognose zu überarbeiten. Sie werde erst in zwei Wochen fertig sein, aber “die Richtung ist klar, es geht nach oben“.

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Das IfW hatte zuletzt im Juni ein Wachstum um 0,4 Prozent für 2010 und ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um 6 Prozent für das laufende Jahr vorausgesagt. Die Korrektur müsse allerdings wohl nicht sehr groß ausfallen, da das Kieler Institut im Sommer “nicht den Fehler gemacht hat wie andere Institute“, seine Prognose noch einmal herabzusetzen.

Commerzbank erwartet Wachstum von 2 Prozent

Die Deutsche Bank rechnet nach dem Bericht der “FR“ nun mit einem Wachstum von 1,4 Prozent im kommenden Jahr, nachdem sie bislang von 0,4 Prozent ausging. Für dieses Jahr erwarte sie ein Minus von 5,2 Prozent statt 6 Prozent.

Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen erklärte, die eingehenden Daten gingen “klar in die Richtung“ der Prognose von Anfang August, wonach die Wirtschaft im nächsten Jahr um 2 Prozent wachsen werde. Für das laufende Jahr sei ein Minus von 5 Prozent zu erwarten, sagte er der AP. “Wir werden ein starkes zweites Halbjahr kriegen“, meinte Solveen. Christian Dreger, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), kündigte ebenfalls eine Korrektur der Einschätzung nach oben an. Habe das DIW für 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 6,4 Prozent erwartet, halte es mittlerweile ein Minus von 5 bis 6 Prozent für realistisch. Auch die Wachstumsrate von 0,5 Prozent für das kommende Jahr sei zu niedrig angesetzt, wurde Dreger von der Zeitung zitiert. Die gleiche Tendenz zeigt sich laut “FR“ bei der Dekabank und bei Goldman Sachs. “Das Horrorszenario von 5 Millionen Arbeitslosen im nächsten Jahr ist vom Tisch“, sagte der Analyst Andreas Scheuerle von der Dekabank.

“Das ist noch nicht der Aufschwung“

Allerdings warnten Experten zugleich vor Euphorie. “Wir sehen eine Phase der Stabilisierung“, sagte DIW-Konjunkturchef Dreger. “Insgesamt aber wird sich Deutschland eher langsam aus der Krise herausbewegen.“ Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung fürchtet ebenfalls Rückschläge. “Das ist noch nicht der Aufschwung“, erklärte Institutschef Gustav Horn. Deutschland sei nach dem scharfen Absturz auf der Talsohle. “Jetzt steht kein steiler Aufstieg bevor, sondern eine lange Talwanderung.“

AP

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