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Experten raten den Autoherstellern zur Zusammenarbeit

Experten: Krise zwingt Daimler und BMW zu Zusammenarbeit

Stuttgart/München - Die weltweite Absatzkrise und scharfer Gegenwind von der Konkurrenz zwingen die Autohersteller-Rivalen Daimler und BMW nach Ansicht von Experten zu einer engeren Zusammenarbeit.

“Daimler ist in einer Zwangslage und muss bei Kooperationen Gas geben“, sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer am Montag in Stuttgart. “Das Unternehmen hat sich schon viel zu viel Zeit damit gelassen.“ Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte berichtet, die ersten Kooperations-Verträge zwischen den beiden Erzrivalen Daimler und BMW seien bereits unterschriftsreif. Um die Kosten deutlich zu drosseln und wichtige Zukunftstechnologien weiter voranzutreiben, müssten die beiden Hersteller nicht nur beim Einkauf, sondern auch bei der Entwicklung von Getrieben, Motoren und Fahrwerken zusammenarbeiten, sagte Dudenhöffer. Der Autofachmann Willi Diez sagte: “Allein durch eine Zusammenarbeit im Antriebsbereich könnten die beiden Hersteller rund 20 Prozent einsparen.“

Autofachmann Diez: 20 Prozent Einsparung möglich

Dudenhöffer betonte, es gehe bei der Zusammenarbeit nicht nur darum, über die gemeinsame Entwicklung von Fensterhebern Kosten einzusparen. Der künftige Großkonzern Porsche mit seinen starken Marken VW und Audi werde Daimler künftig immer mehr den Rang streitig machen. Die bereits bestehende Zusammenarbeit von Daimler mit BMW sei daher sinnvoll, müsse aber noch deutlich weitgehender sein.

Daimler muss wegen der weltweiten Autokrise einen dramatischen Absatzeinbruch verkraften. Erwartet wird, dass Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstag einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen und ein umfassendes Sparprogramm ankündigen wird.

Diez sagte, bei einer Kooperation von Daimler und BMW seien Einsparungen im Segment Antriebsstrang besonders wichtig, weil hier in den nächsten Jahren hohe Kosten auf die Hersteller zukämen. Der Stuttgarter Premium-Hersteller und sein bayerischer Konkurrent verhandeln seit Monaten über gemeinsame Projekte. Daimler und BMW versprechen sich über den gemeinsamen Einkauf für Komponenten wie Gurtroller oder Klimaanlagen Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. Zudem arbeiten die beiden Autobauer gemeinsam an Hybridtechnologien.

dpa

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