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Der ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Ifo: Unternehmen sind ein wenig skeptischer

Der Stimmungsaufschwung der deutschen Wirtschaft legt eine Verschnaufpause ein. Im Mai machte der Ifo-Index einen kleinen Schritt zurück, weil die Unternehmen etwas skeptischer auf die kommenden Monate blicken. Doch die Lage ist besser als die Stimmung.

München (dpa) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich erstmals seit Monaten geringfügig verschlechtert. Der Ifo-Index ging im Mai von 108,6 minimal auf 108,5 Punkte zurück.

Grund für das minimale Minus: Zwar bewerteten die befragten Firmen ihre aktuelle Lage erneut besser, jedoch sind die Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate etwas skeptischer als noch im April. In der Summe ging deswegen der gesamte Index leicht zurück.

An der insgesamt guten Stimmung ändert das aber zunächst nichts. "Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Kurs", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München. Fachleute hatten sogar mit einem deutlicheren Rückgang gerechnet, doch der Ifo-Index trotzt seit Monaten den vielen Risiken.

Weder die Krisen in der Ukraine, die Schwäche in vielen Boomländern wie Brasilien oder Russland oder das langsamere Wachstum in China konnten bremsen - seit Oktober ging es mit dem Index nach oben, unterbrochen nur von einer Pause zu Jahresbeginn. Stattdessen beflügelten der niedrige Ölpreis und der schwache Euro vor allem die Exportindustrie. Doch es gibt auch Schatten: je nach Branche gibt es durchaus auch Gegenwind.

Deswegen sei der kleine Rückgang beim Ifo-Index auch zu erwarten gewesen. "Eine Konsolidierung der Erwartungen war überfällig, denn das Geschäftsklima hatte sich in den Monaten zuvor stärker verbessert als es die harten Daten rechtfertigen", erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

So seien etwa die Auftragseingänge im ersten Quartal um 1,6 Prozent zurückgegangen. Dennoch werde 2015 ein gutes Jahr. "Hierfür spricht nicht nur die exzellente Verfassung des Arbeitsmarktes, sondern auch die sich inzwischen etwas deutlicher abzeichnende Erholung in den großen Ländern der Eurozone", sagte Zeuner.

Aus Sicht der VP Bank demonstriert die deutsche Wirtschaft weiter Stärke. "Rings um den Globus herrscht derzeit wirtschaftliche Tristesse. Es ist deshalb umso erstaunlicher, dass sich das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer einigermaßen solide schlägt", sagte VP-Bank-Chefökonom Thomas Gitzel.

Das sieht auch die BayernLB so. Der stabile Ifo-Index zeige, "dass es verfrüht wäre, in Konjunkturpessimismus zu verfallen", schreibt Volkswirt Stefan Kipar. Vielmehr hätten die befragten Unternehmen ihre eher zu optimistischen Erwartungen etwas korrigiert. "Die Aussichten für die deutsche Konjunktur bleiben daher gut."

Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Frühwarninstrument für die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt und spiegelt die Lage und Erwartungen der Firmen wider.

Zeitreihe ifo-Index

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