Experten sehen Wertentwicklung der Immobilien-Anlage sinken

- Immobilien eignen sich nur noch bedingt als Anlage zur Altersversorgung. Angesichts sinkender Preise und stagnierender Mieten sollten Anleger nach Ansicht von Experten genau überlegen, ob und vor allem wo sie in Häuser investieren. "Die jährlichen Wertsteigerungen aus der Vergangenheit von rund drei Prozent lassen sich nicht mehr auf die Zukunft übertragen und sind vielfach nicht mehr realisierbar", sagt Tobias Just, Immobilienexperte der Deutschen Bank Research.

<P>Bei der Auswahl geeigneter Anlage-Immobilien wird der Standort immer wichtiger. Je attraktiver er ist, desto besser ist die zu erwartende Wertsteigerung. Das gilt vor allem für Großstädte wie Hamburg, München, Düsseldorf und Stuttgart sowie die Rhein-Main-Region, wie Just sagt. Verlierer seien Nord- und Ostdeutschland, mit Ausnahme von Dresden, Leipzig und der Region um Jena. Gerade in wirtschaftlich schwachen Regionen müssten Anleger mit rapiden Werteinbußen bis zum Totalverlust rechnen.</P><P>Nach Angaben des Analysehauses Feri können Immobilienbesitzer bis 2020 in Schnitt nur noch mit einem Wertzuwachs von jährlich 0,5 Prozent rechnen, zugleich würden die Mieteinnahmen bei Wohnungen in den meisten Städten sinken. Lediglich bei Einfamilienhäusern an überdurchschnittlichen Standorten wie München, Frankfurt, Köln, Hamburg seien von 2005 bis 2020 jährliche Wertsteigerungen zwischen 2,9 und 3,4 Prozent zu erwarten. Bei Eigentumswohnungen sind es hier zwischen 2,6 und 3,2 Prozent.</P><P>Wichtiges Kriterium für den Immobilienmarkt ist die demographische Entwicklung. Nach einer Studie der Deutschen Bank wird die Bevölkerungszahl ab 2012 zurückgehen, allerdings wird die Nachfrage nach Wohnflächen bis 2030 noch zunehmen. "Grund dafür ist, dass durch die große Zahl Älterer die Zahl der Haushalte wächst", sagt Just. Nach 2030 sei dann allerdings ein deutlicher Rückgang bei der Nachfrage nach Wohnimmobilien zu erwarten.</P><P>Für Kleinanleger mit wenig Kapital ungeeignet</P><P>Die Entwicklung der Wohnungsmärkte wird künftig sehr unterschiedlich sein. "Wichtig für den Standort ist, dass er wirtschaftlich gut dasteht, es eine geringe Arbeitslosenquote und wenig Abwanderung gibt", sagt Feri-Experte Thorsten Schilling. Überall dort, wo das der Fall sei, stünden die Chancen auf eine Wertsteigerung gut. Das bestätigt auch Jörg Sahr vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. "In wirtschaftlich aufsteigenden Regionen bleiben Immobilien ein risikoarmes Investment." Allerdings seien sie nicht für jeden geeignet und eigneten sich nicht als Basisanlage. "Wer als Kleinanleger beispielsweise über 20 Prozent Eigenkapital verfügt und 100 000 Euro finanzieren muss, der sollte sich ein anderes Investment suchen", betont Sahr. </P><P>Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sanken nach Berechnungen des Münchner Analysehauses Bulwien 2003 im Bundesschnitt um rund ein Prozent. Dennoch bleiben Immobilien für die Deutschen höchst attraktiv. 77 Prozent sehen sie nach einer Infratest-Umfrage langfristig als sichere Altersvorsorge an. Bei der Lebensversicherung glaubt das hingegen nur jeder Dritte Befragte, und auf die gesetzliche Rente vertrauen gerade einmal 15 Prozent.</P>

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