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Experten streiten über den richtigen Umgang mit der Krise.

Experten streiten über Arbeit in der Krise

Berlin - Unterschiedlicher könnten die Meinungen nicht sein: Sagen die einen, Lohn- und Urlaubsverzicht sichern in der Krise den Job, glauben die anderen das Gegenteil.

Wirtschaftsinstitute haben zur Bewältigung der Krise zu Lohnverzicht und Mehrarbeit aufgefordert. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hingegen widersprach am Montag Forderungen der mittelständischen Wirtschaft, Arbeitnehmern in notleidenden Betrieben einen Urlaubstag zu streichen. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz wies derweil Kritik der Wirtschaft an der Jobvermittlung durch die Arbeitsagenturen zurück. Der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch, sagte der “Bild“-Zeitung, Lohnverzicht sichere in Krisenzeiten “ganz klar Arbeitsplätze und schützt vor Entlassungen“.

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Arbeitgeber kritisieren Bundesagentur

Für das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sagte der Direktor für Arbeitsmarktpolitik, Hilmar Schneider, er unterstütze diese Forderung. “Um Jobs zu retten, machen Lohnkürzungen Sinn“, sagte er “Bild“. Ähnlich äußerte sich in der Zeitung der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn. Bofinger sagte der “Passauer Neuen Presse“, es sei “eher ein Beitrag zur Steigerung der Arbeitslosigkeit“ wenn ein Urlaubstag gestrichen würde. “Wir haben zu wenig Arbeit und führen Kurzarbeit ein, um die Leute in Beschäftigung zu halten. Wenn sie jetzt länger arbeiten sollten, wäre das kontraproduktiv“, erklärte er.

Auch die Lohnsenkungsidee von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt gehöre zu den “unsinnigen Vorschlägen“, meinte Bofinger. “Herr Hundt sollte sich anschauen, wie die Krise 1930 in Deutschland bekämpft wurde: Mit Brünings Sparpolitik und Lohnsenkungen.“ Die Löhne für Facharbeiter seien damals um 20 Prozent gesenkt worden. “Das Ergebnis dieser Politik ist bekannt“, erklärte Bofinger. “Deutschland in den 30er Jahren ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie man es nicht machen sollte.“

Scholz: Arbeitsvermittlung besser geworden

Zum Thema Arbeitsvermittlung sagte Scholz der “Frankfurter Rundschau“, die Vermittlung sei viel besser geworden. “Dazu haben auch Tausende zusätzliche Stellen bei der BA beigetragen, die wir seit Sommer 2008 geschaffen haben.“

Arbeitgeberpräsident Hundt hatte den Arbeitsagenturen zuvor vorgeworfen, zu viele ungeeignete Bewerber für offene Stellen anzubieten. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) haben viele Unternehmen kein Vertrauen in die Vermittlung durch die Agenturen.

AP

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