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Experten: Versicherung gegen Berufsunfähigkeit ist ein Muss

- Das Geld hab' ich nicht - damit drücken sich die meisten um die Berufsunfähigkeitsversicherung herum. Die abgekürzt BU genannte Versicherung ist aber nach den gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen die wichtigste. Denn statistisch gesehen wird jeder vierte Arbeitnehmer berufs- oder erwerbsunfähig.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist bezahlbar, wenn man das Risiko auf das Notwendigste beschränkt und sich eine günstige Gesellschaft sucht. Eine monatliche BU-Rente von 1500 Euro ist für einen 35-Jährigen ab 29,82 Euro pro Monat zu haben. Der Versicherte muss dafür allerdings auf 10 Jahre Rente verzichten, denn die läuft im Falle eines Falles nur zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr. Diese Beschränkung ist vertretbar, weil mit 55 Jahren in der Regel das Eigenheim abbezahlt und Kinder aus dem Haus sind.

Kaum gesetzlicher Schutz

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung soll nach Meinung der Fachleute so früh wie möglich abgeschlossen werden. Die gesetzliche Absicherung für nach dem 1. 1. 1961 Geborene erreicht bei totaler Arbeitsunfähigkeit gerade 1360 Euro im Monat. Wer noch mehr als sechs Stunden täglich arbeiten kann, bekommt nichts, obwohl er dieselben Beiträge zahlt wie Ältere.

Laut "Finanztest" sollte auch geprüft werden, inwieweit über eine Betriebsrente oder Gehaltsumwandlung ein Berufsunfähigkeitsschutz gegeben ist. Von einer Koppelung mit einer privaten Kapitallebens- oder Rentenversicherung sei abzuraten.

Qualität zählt

Die Beiträge zur BU variieren bei den verschiedenen Versicherungsgesellschaften. Der monatliche Zahlbetrag kann wie in unserer Tabelle 29,82 Euro betragen, aber auch 43,01 Euro bei einem teureren Anbieter, ohne dass Unterschiede in der Leistung festzustellen sind. Wer einen Vertrag abschließt, mit dem er sich 20 bis 30 Jahre bindet, sollte sich von einem Finanzdienstleister, einem Versicherungsmakler oder einem auf diesem Gebiet versierten Versicherungsvermittler beraten lassen. "Ein unabhängiger Experte überblickt den gesamten Markt und kann ein unverbindliches Angebot erstellen, das individuell auf die Lebensumstände des Kunden zugeschnitten ist", sagt Robert Haselsteiner, Vorstand der Interhyp AG.

Es ist ganz wichtig, nicht eine günstige, sondern eine gute Versicherungsgesellschaft zu finden. Denn fast jeder dritte Antrag auf eine BU-Rente wird von den Versicherern abgelehnt. Daher sollen die Kunden darauf achten, dass der Versicherer nicht auf jeden anderen zumutbaren Beruf verweisen darf.

Risiko-Gruppen

Der monatliche Beitrag von 29,82 Euro ist ein Eckbeitrag unter günstigsten Voraussetzungen. Er gilt für einen kaufmännischen Angestellten im Innendienst. Wer gelegentlich Kunden besucht, zahlt Zuschlag. Stark steigt der Beitrag an bei reinen Außendienstlern und noch stärker bei gewerblichen Berufen. Die Tarife sind risikogerecht kalkuliert und bei einem Bauhandwerker ist das Risiko eben sehr viel höher, berufsunfähig oder gar vollständig arbeitsunfähig zu werden. Doch auch die Büroberufe bewahren nicht vor Berufsunfähigkeit. 2004 mussten 30 Prozent der Frührenten wegen psychischer Krankheiten bezahlt werden, wegen Krebs 15 Prozent und wegen Krankheiten des Kreislaufsystems elf Prozent.

Ein Notprogramm für diejenigen, für die auch eine "kleine" BU-Versicherung zu teuer würde, ist eine Spezialversicherung gegen sogenannte schwere Krankheiten. Wer sie im Alter von 35 Jahren abschließt, bekommt für einen Beitrag von monatlich 30 Euro 50 000 Euro bar auf die Hand, wenn ihn eine der sieben genau definierten Krankheiten wie zum Beispiel Schlaganfall oder Herzinfarkt trifft. Das Geld hilft ihm, die Rekonvaleszenz finanziell zu überstehen, bis er wieder ganz oder teilweise arbeiten kann.

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