Experten: Wintereinbruch lässt Arbeitsmarkt kalt

Nürnberg - Der Jobaufschwung geht weiter - und wird aller Voraussicht die im Winter üblichen Jobverluste bremsen. Zumindest im November war die übliche Winterarbeitslosigkeit kaum zu spüren, meinen Experten.

Der frühe Wintereinbruch hat den deutschen Arbeitsmarkt bislang kalt gelassen. Experten rechnen für den November weiterhin mit leicht sinkenden Arbeitslosen. Die von der Nachrichtenagentur dpa befragten Bankenvolkswirte gehen dabei von 2,95 bis 2,97 Millionen Erwerbslosen aus. Dies wären bis zu 25 000 Jobsucher weniger als im Vormonat und zwischen 245 000 und 265 000 weniger als im Vorjahr. Einige Fachleute rechnen zum Frühwinter mit stärkeren, andere mit weniger starken saisonalen Einflüssen auf den Arbeitsmarkt.

Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen für November will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am diesem Dienstag (30. November) in Nürnberg bekanntgeben.

Auch nach Abzug saisonaler Sondereffekte geht nach Einschätzung der Volkswirte der Jobaufschwung weiter. So dürften die Arbeitslosenzahlen im November saisonbereinigt um 10 000 bis 25 000 sinken. “Es bläst weiterhin ein starker konjunktureller Rückenwind“, begründet etwa Alexander Koch von der HypoVereinsbank seine optimistische Arbeitsmarkt-Einschätzung. Das sieht auch sein Kollege Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank so: “Die konjunkturelle Grunddynamik ist weiter intakt. Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder, wenn auch nicht mehr in Riesenschritten“.

Bestärkt fühlen sich die Fachleute von dem weiter steigenden Kräftebedarf. Nach Angaben der Bundesagentur kletterte die Zahl der offenen Stellen im November auf den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Entsprechend stieg der von der BA allmonatlich ermittelte Beschäftigungsindex BA-X auf 149 Punkte, dies sind vier Zähler mehr als im Oktober und 37 mehr als vor einem Jahr. Nach BA- Erkenntnissen winkten vor allem Zeitarbeitsunternehmen mit freien Arbeitsplätzen; gut jede dritte gemeldete freie Stelle komme derzeit aus dieser Branche.

Das deutsche Jobwunder werde sich auch im kommenden Jahr fortsetzen, prognostizierten die Experten. “Die Arbeitslosigkeit geht auch 2011 ordentlich nach unten, aber nicht mehr in dem Tempo wie in diesem Jahr“, betonte DZ-Bank-Volkswirt Philipp Jäger. Im Jahresdurchschnitt erwarten die Fachleute 2011 eine Arbeitslosigkeit von rund drei Millionen; dies wären rund 250 000 bis 260 000 weniger Erwerbslose als in diesem Jahr. Im Spätherbst 2011 könnte die Arbeitslosenzahlen bis auf 2,7 Millionen rutschen, schätzt etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider.

dpa

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