Vorfälle in Brüssel

Dax dämmt Verluste trotz Terror-Anschlägen ein

Frankfurt/Main - Die Terroranschläge im belgischen Brüssel haben die deutschen Aktienmärkte zunächst schwer belastet. Doch der deutsche Leitindex Dax konnte seine Verluste eindämmen. Positive Nachrichten gab es zur Lage der deutschen Konjunktur.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine anfänglichen Kursverluste trotz der Terroranschläge in Brüssel deutlich eingedämmt. Der Dax, der zum Handelsstart um bis zu knapp 2 Prozent abgesackt war, konnte seine Verluste kurzzeitig sogar wettmachen - am Nachmittag stand er 0,56 Prozent tiefer bei 9892,85 Punkten.

Laut Händler Markus Huber vom Broker City of London Markets machten allerdings Sorgen die Runde, „dass dies der Anfang einer neuen Terrorwelle in Europa sein könnte“. Bei Explosionen am Brüsseler Flughafen und in der Metro der belgischen Hauptstadt gab es am Dienstag Dutzende Tote und Verletzte.

Zumindest seitens der Konjunktur bekam der Dax keinen Gegenwind: Sowohl das Ifo-Geschäftsklima als auch die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzexperten legten zu.

News-Ticker zu den Explosionen am Flughafen in Brüssel

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor zuletzt noch 0,50 Prozent auf 20 008,73 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,25 Prozent auf 1590,84 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,87 Prozent auf 3022,14 Punkte zurück.

Im Dax sackten die Lufthansa-Aktien wegen der wieder verstärkten Terrorangst um 1,85 Prozent ab, im MDax büßten die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport 2,50 Prozent ein. „Unsicherheit heißt an der Börse erst mal verkaufen“, sagte ein Börsianer. Das betreffe bei Terroranschlägen in einer ersten Reaktion vor allem die Reiseanbieter.

Unter die Räder geriet auch die Deutsche Bank, deren Anteilsscheine als Dax-Schlusslicht 2,72 Prozent einbüßten. Ein Händler verwies darauf, dass dem hiesigen Branchenprimus eine Abstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Moody's droht.

Spitzenreiter im deutschen Leitindex waren Aktien des Versorgers RWE mit plus 1,74 Prozent. Auch die Papiere des Pharmakonzerns Merck KGaA hielten sich mit minus 0,31 Prozent vergleichsweise gut. Beide Branchen gelten als defensiv und können für gewöhnlich einem schwachen Marktumfeld am besten trotzen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,08 Prozent auf 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 141,99 Punkte. Der Bund-Future zeigte sich mit einem Plus von 0,01 Prozent auf 162,43 Punkte kaum bewegt. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1212 (Montag: 1,1271) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8919 (0,8872) Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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