Trotz internationaler Krisen

Exporte knacken Marke von 100 Milliarden Euro

Berlin - Trotz internationaler Krisen und Russland-Sanktionen haben die deutschen Ausfuhren im Juli eine Rekordmarke erreicht. Die Unternehmen exportierten erstmals innerhalb eines Monats Waren im Wert von über 100 Milliarden Euro.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Unangefochtene Verkaufsschlager waren dabei vor allem Autos und Autoteile.

Insgesamt erreichten die Exporte im Juli laut der Statistik einen Wert von 101 Milliarden Euro. Sie legten damit im Vergleich zum Juli 2013 um 8,5 Prozent zu. Im Vergleich zum Juni 2014 gab es bei den Exporten kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 4,7 Prozent.

Der Hauptteil der deutschen Exporte ging im Juli wie üblich in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. In diese Länder seien Waren im Wert von 56,9 Milliarden Euro geliefert worden, 62 Prozent davon (35,5 Milliarden Euro) in Staaten der Eurozone. Die Exporte in die EU insgesamt hätten damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,6 Prozent zugelegt, die Ausfuhren in die Eurozone um 6,2 Prozent.

In Länder außerhalb der EU exportierten die deutschen Betriebe im Juli Waren im Wert von 44,1 Milliarden Euro, wie die Statistiker weiter mitteilten. Das entsprach einem Plus von 7,2 Prozent gegenüber Juli 2013.

Klare Verkaufsschlager blieben den Angaben zufolge vor allem Fahrzeuge und Fahrzeugteile aus Deutschland. Stark nachgefragt wurden im Ausland außerdem hier hergestellte Maschinen und chemische Erzeugnisse.

Deutlich schwächer als die Exporte stiegen im Juli die Importe an: Für sie berechneten die Statistiker einen Gesamtwert von 77,6 Milliarden Euro, ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Juni 2014 gab es bei den Importen kalender- und saisonbereinigt ein Minus von 1,8 Prozent.

Damit betrug der Außenhandelsüberschuss, also die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren, im Juli 23,4 Milliarden Euro - laut den Statistikern ebenfalls ein Rekord. Kalender- und saisonbereinigt lag der Wert bei 22,2 Milliarden Euro. Die deutsche Exportstärke ist vielen anderen Staaten schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Insbesondere innerhalb Europas werden negative Auswirkungen befürchtet. Auch die EU-Kommission hat sich bereits kritisch zum deutschen Außenhandelsüberschuss geäußert.

Die meisten nach Deutschland gelieferten Waren wurden im Juli mit einem Gesamtwert von 50,4 Milliarden Euro aus anderen EU-Staaten geliefert. Das bedeutete ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. 69 Prozent dieser EU-Importe kamen laut Statistischem Bundesamt aus der Eurozone (34,7 Milliarden Euro). Das entsprach einem Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aus Nicht-EU-Ländern importierte Deutschland den neuen Daten zufolge im Juli Waren im Wert von 15,7 Milliarden Euro - 10,3 Prozent mehr als im Juli 2013.

Besonders groß war den Statistikern zufolge zuletzt die Nachfrage der Deutschen im Ausland nach Erdöl und Erdgas. Außerdem importierten deutsche Betriebe häufig Autos und Autoteile sowie technologische Erzeugnisse wie Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Waren.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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