Exporte leiden unter Konjunkturabkühlung

Die deutschen Exporte leiden unter der Abkühlung der Konjunktur in Europa, doch sie profitieren von der Nachfrage aus neuen Märkten. Im Juli sanken die Ausfuhren beim kurzfristigen Vergleich gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Grund dafür waren die geringere Nachfrage aus den schwächelnden europäischen Nachbarländern, der starke Euro und die hohen Ölpreise. Im Vergleich zum Vorjahr verkauften die Firmen mit einem Warenwert von 87,1 Milliarden Euro aber sieben Prozent mehr Waren ins Ausland.

"Wichtige Handelspartner in der Eurozone zeigen eine konjunkturelle Schwäche, die aber durch das dynamische Geschäft mit Drittländern aufgefangen wird", erklärte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner. So konnten die Exporteure im Juli ihre Ausfuhren in Länder außerhalb Europas um zehn Prozent steigern. Das Plus bei den EU- Ländern betrug nur 5,4 Prozent. Laut BGA arbeiten die Firmen derzeit noch ihre dicken Auftragspolster ab. Der Bundesverband erwartet für das Gesamtjahr einen soliden Exportzuwachs von sechs Prozent. Auch den Titel des Exportweltmeisters dürfte Deutschland 2008 voraussichtlich wieder verteidigen.

Der Trend wird in den kommenden Monaten aber wohl nach unten zeigen. "Der große Boom beim Export ist vorüber", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Die Zahlen der Auftragseingänge und Produktion seien in den vergangenen Monaten enttäuschend ausgefallen. Bislang zeige sich die deutsche Konjunktur aber noch widerstandsfähig.

Neben dem Export lieferte das Bundesamt am Dienstag gute Nachrichten von den Insolvenzen. Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ging im ersten Halbjahr - infolge der bis zu Jahresbeginn florierenden Konjunktur - um 8,3 Prozent auf 14 650 zurück.

Höhere Energiepreise ließen die Importe im Juli gegenüber Vorjahr um 15,7 Prozent auf 73,2 Milliarden Euro steigen - das war das höchste Plus seit Jahren. Dieser Anstieg war laut Statistikamt durch die explodierenden Preise bei importiertem Erdöl, Erdgas und Strom bedingt und sind kein Hinweis auf eine wachsende Binnennachfrage.

Wegen der kräftigen Zunahme der Einfuhren sank der Überschuss der deutschen Handelsbilanz - als Saldo von Exporten und Importen - im Juli gegenüber Vorjahr von 18,1 auf 13,9 Milliarden Euro. Experten hatten mit deutlich höheren Werten gerechnet.

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