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Exporte sollen Deutschland den Aufschwung bringen

- Berlin - Die Exportwirtschaft - nach wie vor das wichtigste Standbein der deutschen Konjunktur - steht vor einem Aufschwung. Auch in den USA, dem zweitgrößten Abnehmer für Waren aus Deutschland, mehren sich die Anzeichen einer Erholung. Allerdings waren die deutschen Ausfuhren nach Amerika rückläufig.

<P>Im Juli gingen Waren "made in Germany" für 5,6 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, 2,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als Grund für die schwache Nachfrage nannte der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) die Euro-Stärke und die Verstimmungen über die deutsche Irak-Politik. "In diesem Jahr kommen wir in den USA auf keinen grünen Zweig mehr", sagte der BGA-Präsident Anton Börner.</P><P>Die US-Wirtschaft hat nach Einschätzung eines Beraters von US-Präsident George W. Bush die Wende geschafft. "Wir erwarten im dritten Quartal ein robustes Wachstum. Private Ökonomen rechnen mit einem Plus von vier bis fünf Prozent", sagte der Wirtschaftsberater des Präsidenten, Gregory Mankiw, dem "Handelsblatt". Der Arbeitsmarkt werde mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten positiv reagieren. Mankiw räumte ein, dass das US-Haushaltsdefizit ein Grund zur Sorge gebe.<BR>"Die Schwächephase der letzten beiden Jahre wird überwunden", erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in Berlin nach Auswertung seiner Herbstumfrage in 80 Staaten. Die Ausfuhren werden der Prognose zufolge nach zwei Prozent in diesem Jahr 2004 um fünf Prozent zunehmen.</P><P>Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht verstärkte Anzeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. "In Deutschland verstärken sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung", sagte der Kanzler. Die stetig wachsende Zuversicht von Unternehmen und Verbrauchern werde durch einen Anstieg bei Produktion, privatem Konsum und Exporten untermauert. Regierungssprecher Thomas Steg nannte 2,0 Prozent Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr realistisch. </P><P>Da die Importe kommendes Jahr um gut vier Prozent zulegen dürften, rechnet der DIHK mit einem deutschen Handelsüberschuss von 137 Milliarden Euro, was ein Rekordhoch wäre. Dies beschere Deutschland 0,5 Prozentpunkte Wirtschaftswachstum, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. 2003 habe der Überschuss mit 126 Milliarden Euro stagniert, weshalb der Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt gleich Null gewesen sei. Dieses Jahr hätten sich die weltweite Wirtschaftsflaute und der starke Euro negativ ausgewirkt. Der Importzuwachs werde etwa 2,4 Prozent betragen. </P><P>Das Plus im Außenhandel dürfte in einen verhaltenen weltweiten Aufschwung eingebettet sein mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. Die Hoffnungen richteten sich vor allem auf eine Konjunkturerholung in den USA. "Achillesferse ist und bleibt jedoch die nach wie vor labile weltpolitische Situation sowie gravierende Unsicherheiten im internationalen Wechselkursgefüge." </P><P>Bedeutende Impulse für den deutschen Export kommen nach Worten Wanslebens insbesondere aus den USA, Japan und anderen asiatischen Ländern, Westeuropa sowie aus dem Nahen und Mittleren Osten. Die im nächsten Jahr anstehende EU-Osterweiterung bringe ebenfalls einen Schub für den deutschen Außenhandel. Auch in Russland und den GUS-Staaten steige die Nachfrage nach Produkten aus Deutschland wieder an. </P><P>An der Herbstumfrage waren die Außenhandelskammern sowie Mitarbeiter der deutschen Wirtschaft in 80 Handelspartnerländern beteiligt, die 97 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels abdecken.</P>

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