Exportmotor auf hohen Touren

- Wiesbaden - Der deutsche Exportmotor läuft weiter auf hohen Touren. Gleichzeitig hält der Importboom an. Die Warenausfuhren lagen im August nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden um 9,6 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Einfuhren nahmen wegen der anhaltend hohen Rohstoffpreise noch deutlicher um 12,5 Prozent zu. "Ohne Sommerloch ist der deutsche Außenhandel auch im August weitergelaufen", sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton F. Börner, in Berlin. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband weiter mit elf Prozent Exportwachstum.

Die Warenausfuhren aus Deutschland erreichten im August 69,4 Milliarden Euro, das waren 9,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Da es im August 2005 den höchsten Zuwachs des vergangenen Jahres (plus 13,2 Prozent) gegeben hatte, sei auch ein etwas schwächeres Wachstum in diesem August noch sehr gut, erläuterte ein Statistiker in Wiesbaden. Auch der minimale Rückgang der Ausfuhren von 0,1 Prozent im kalender- und saisonbereinigten Monatsvergleich sei in einem Ferienmonat nicht außergewöhnlich. Die Importe waren mit 58,2 Milliarden Euro um 12,5 Prozent höher als im August 2005. Binnen Monatsfrist gab es auch bei den Einfuhren einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent.

Die Commerzbank errechnete für den Durchschnitt der Monate Juli und August einen Zuwachs von 2,6 Prozent bei den Exporten und ein Plus von 3,7 Prozent bei den Importen. Dies liege deutlich über dem Niveau des zweiten Quartals, schreiben die Bank-Volkswirte. Der kräftigere Anstieg der Einfuhren gehe vor allem auf die höheren Importpreise für Rohstoffe zurück. "So dürfte sich trotz eines Rückgangs beim nominalen Außenhandelsüberschuss in realer Rechnung kein negativer Wachstumsbeitrag vom Außenhandel im dritten Quartal ergeben", stellt die Commerzbank fest. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 11,2 (Vorjahr: 11,6) Milliarden Euro.

Besonders hohe Wachstumsraten verzeichneten die deutschen Exporte in die EU-Länder außerhalb der Euro-Zone, also vor allem nach Osteuropa. Sie legten im August im Jahresvergleich um 16,8 Prozent zu. In die Euro-Länder gingen 8,8 Prozent mehr Waren aus Deutschland. Die deutschen Ausfuhren in Drittländer nahmen um 6,9 Prozent zu. Aus diesen Staaten - unter anderem Russland - kamen gleichzeitig 11,3 Prozent mehr Waren nach Deutschland. Aus den EU-Ländern außerhalb der Euro-Zone empfing Deutschland 16,8 Prozent mehr Waren. "Deutschland profitiert wie kaum ein anderes Mitgliedsland vom europäischen Binnenmarkt", sagte BGA-Präsident Börner. Noch gebe es viel Potenzial im Dienstleistungsbereich, der annähernd zwei Drittel der europäischen Wirtschaft ausmache.

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