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Extra-Schutz für die Zähne: Nicht für jeden die beste Wahl

- Für viele gesetzlich Krankenversicherte ist eine Zahnbehandlung seit Anfang 2005 teurer. Seitdem zahlen die Krankenkassen für Kronen, Brücken und anderen Zahnersatz nur noch Festzuschüsse zu den Behandlungskosten, den Rest tragen die Patienten. Eine Alternative sind Zahn-Zusatzversicherungen: Vor einem Abschluss sollten Verbraucher allerdings genau prüfen, ob Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

"Die Zahn-Zusatzversicherung ist eine Luxusversicherung. Ich bin skeptisch, ob sie sich für viele lohnt", sagt Peter Grieble, Versicherungsfachmann der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Sinnvoll könne eine Extra-Police für denjenigen sein, der beispielsweise weiß, dass seine Zähne genetisch bedingt nicht gut sind. Doch auch dann sei zu überlegen, ob die Ausgaben für die Versicherung nicht besser in einen normalen Sparplan für Notfälle investiert werden können. "Man kann das Geld einfach so anlegen, wie für die Altersvorsorge auch", sagt Grieble.

Auch Zahnmediziner warnen davor, den Abschluss einer Zusatzversicherung zu überstürzen. "Wenn ich seit Jahren einen geringen Behandlungsbedarf habe, dann kommt eine solche Sache für mich nicht in Frage", sagt Heiner Jacoby, Zahnarzt in Arnsberg und Präsident des Deutschen Zentrums für orale Implantologie (D.Z.O.I.). "Wer aber wirklich eine solche Versicherung will, sollte vorher den Behandlungsbedarf individuell mit seinem Arzt abklären", so Jacoby.

Eigene Kasse bietet nicht immer das beste Paket

Die meisten Patienten bekommen von der eigenen gesetzlichen Krankenkasse ein Angebot für eine Zahn-Zusatzversicherung. "Das muss aber nicht das beste und günstigste sein", warnt Ulrike Steckkönig von der Zeitschrift "Finanztest". Verbraucherschützer Grieble empfiehlt, die Angebote unter folgenden Gesichtspunkten zu bewerten: "Wann zahlt der Versicherer wie viel Prozent wovon?"

Zwar erstattet jede Versicherung einen Prozentsatz der Kosten. Doch wichtig ist, auf welchen Basisbetrag sich dieser Prozentsatz bezieht. "Am besten sind Tarife, die sich am gesamten Rechnungsbetrag beteiligen", hat "Finanztest" herausgefunden. Eine Erstattung von 40 Prozent des gesamten Rechnungsbetrages sei etwa mehr Wert als eine Erstattung in Höhe von 50 Prozent vom Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse.

Entscheidend ist zudem, wie die Versicherer mit dem Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse umgehen. Manche rechnen ihn auf ihre eigene Leistung an. "Ein Tarif, der 50 Prozent des Rechnungsbetrages ohne Anrechnung des Kassenzuschusses ersetzt, leistet daher etwa so viel wie einer, der zusammen mit dem Kassenzuschuss 75 Prozent der Rechnung deckt", sagt Ulrike Steckkönig. Geklärt werden sollte auch, ob eine Police Leistungen ausschließt oder Erstattungen auf Höchstgrenzen beschränkt.

Acht Monate müssten Patienten nach Abschluss außerdem warten, bevor sie die erste Rechnung einsenden dürfen. Für all' diejenigen, die sich so etwas sparen wollen, hat Zahnarzt Jacoby einen Tipp: "Ich rate zum Kauf einer guten Zahnbürste und einer guten Zahnpasta."

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