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Volkswirte rechnen damit, dass die EZB erst ab 2019 die Leitzinsen allmählich wieder anheben wird. Foto: Arne Dedert

Erhöhung frühestens 2019

Zinsen im Euroraum bleiben unverändert bei null Prozent

Europas Währungshüter halten die Geldschleusen weit geöffnet. Vor allem in Deutschland ist der Kurs umstritten. Doch aus Sicht der Notenbank gibt es gute Gründe für die anhaltende Geldflut.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) macht Sparern keine Hoffnung auf eine baldige Zinswende.

Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Ökonomen hatten auch nicht mit Änderungen der Geldpolitik bei der letzten Zinssitzung des EZB-Rates in diesem Jahr gerechnet.

Im Oktober hatten Europas Währungshüter ihre milliardenschweren Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Das monatliche Volumen wird von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Beobachter werteten dies als Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.

Sparer, die kaum noch Zinsen bekommen, müssen sich also weiter gedulden. Den Leitzins will die EZB erst dann anheben, wenn die Anleihekäufe schon längere Zeit beendet sind. Volkswirte rechnen gegen Ende 2019, möglicherweise sogar erst 2020, mit einem ersten Zinsschritt.

Kreditinstitute, die Geld bei der Notenbank parken, müssen zunächst weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Mit der vor allem in Deutschland umstrittenen ultralockeren Geldpolitik versucht die Notenbank seit Jahren, Konjunktur und Inflation anzuschieben. Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Im November lag die Jahresteuerung im Euroraum bei 1,5 Prozent. In Deutschland waren es 1,8 Prozent.

Die Wirtschaft im Euroraum wächst mittlerweile robust. Die Preisentwicklung bedarf aus Sicht der EZB aber weiter Unterstützung. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen.

Während Sparer und Banken unter der Zinsflaute leiden, profitieren Kreditnehmer von günstigen Konditionen - zum Beispiel beim Kauf von Häusern und Wohnungen.

EZB-Kaufprogramme

Zeitreihe Leitzinsen der EZB

Statistisches Bundesamt zu Inflation

Eurostat zu Inflation

Ratsentscheidung vom 26.10.2017

Eingangsstatement Draghi vom 26.10.2017

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