EZB-Chef Trichet warnt vor Mindestlohn in Deutschland

Berlin - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat nachdrücklich vor der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland gewarnt. "Die übermäßige Regulierung der Löhne untergräbt die Schaffung von Arbeitsplätzen", sagte Trichet am Mittwoch bei einer europapolitischen Tagung des "Konvents für Deutschland" in Berlin.

Er warnte zugleich davor, die eingeleiteten Strukturreformen in Deutschland zurückzunehmen. "Sie dürfen das Rad nicht zurückdrehen und damit Arbeitsplätze gefährden", sagte Trichet an die Adresse der großen Koalition. Reformen dürften nicht umgekehrt werden, "wenn sie gerade Früchte tragen".

Trichet bezeichnete die Finanzpolitik der Bundesregierung als "vielversprechend". Die erfolgreiche Konsolidierung der öffentlichen Haushalte basiere zwar zum Teil auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer, sei aber in erheblichem Maße auf die Ausgabenzurückhaltung zurückzuführen.(dpa)

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