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Die EZB in Frankfurt am Main.

EZB lässt Leitzins unverändert

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank bleibt bei ihrer Politik des billigen Geldes: Wegen niedriger Inflationsrate und immer noch schwächelnder Konjunktur lässt die EZB den Leitzins unverändert.

Der Rat der EZB entschied am Donnerstag, den maßgeblichen Zinssatz im Euroraum unverändert bei 1,0 Prozent zu belassen. Noch billiger können sich Banken in Großbritannien Geld leihen: Dort liegt der Zinssatz bei 0,5 Prozent. Auch er wurde am Donnerstag nicht verändert. Unterdessen stieg das Misstrauen der Finanzmärkte in die griechische Regierung. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte um Nachmittag Details zur Geldpolitik bekanntgeben.

Die EZB-Währungsexperten gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in den Ländern mit dem Euro in diesem Jahr zwischen 0,4 und 1,2 Prozent liegt. Die Inflationsrate soll weiter unterhalb der Schwelle von 2 Prozent liegen, bei der die EZB die Währung als stabil sieht. Auch die Bank of England ließ die Zinsen unverändert. Zugleich setzen die Währungshüter den Ankauf von Staatsanleihen im Volumen von 200 Milliarden Pfund fort.

Sorgenkind Griechenland

Für Turbulenzen an den Rentenmärkten sorgen die Haushaltsprobleme in Griechenland. Die Zinsen für Staatsanleihen verteuerten sich am Donnerstag deutlich - damit wird es für die Regierung in Athen teurer, sich Geld an den Märkten zu beschaffen. Der Abstand zum Zinssatz für deutsche Staatsanleihen vergrößerte sich auf den Rekordwert von 4,4 Punkten. Das ist die größte Kluft seit dem Start des Euros 1999.

Für zweijährige Staatsanleihen schnellte der Abstand allein am Donnerstag um 1,2 Punkte in die Höhe, was ein Zeichen für wachsendes Misstrauen von Investoren ist. Auch am Aktienmarkt in Athen war die Stimmung schlecht - dort lag der ASE-Index zeitweise 5 Prozent im Minus.

DAPD

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