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Erkki Liikanen ist finnischer Notenbankpräsident und zugleich Mitglied im EZB-Rat. Foto: Kimmo Brandt/Archiv

Kurs soll sich nicht ändern

EZB-Rat Liikanen: Zinsen bleiben weiter niedrig

Die US-Notenbank Fed tritt auf die Zinsbremse - bei der EZB wird das noch dauern. Und auch ansonsten bleibt die Notenbank der Eurozone vorerst bei ihrem expansiven Kurs.

Düsseldorf (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Zinsen vorerst nicht anheben. In dieser Frage habe auf der Ratssitzung im März Einigkeit geherrscht, versicherte der finnische Notenbankpräsident Erkki Liikanen, der zugleich Mitglied im EZB-Rat ist, im Interview mit dem "Handelsblatt".

"Wir haben betont, dass die Zinsen auch über das Ende der Anleihekäufe hinaus niedrig bleiben. Das war damals unstrittig", sagte er. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen gegeben, dass die Notenbank den Einlagenzins von derzeit minus 0,4 Prozent anheben könnte, bevor sie ihre Anleihekäufe beendet.

Bei diesem Thema bringt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann indes einen Ausstieg ins Gespräch. "Der Zeitpunkt, den Fuß nicht mehr durchgedrückt auf dem Gaspedal zu lassen, sondern ihn leicht anzuheben, (...) nähert sich aus meiner Sicht", sagt Weidmann in einem Interview mit der Zeitung "Die Zeit", das am Mittwoch vorab veröffentlicht wurde. Wenn es in einem Jahr keine Anleihekäufe mehr gäbe, würde er das begrüßen.

Weidmann begründete seine Prognose mit der guten Wirtschaftslage im gemeinsamen Währungsraum. "Nach allem, was wir derzeit wissen, ist der wirtschaftliche Aufschwung im Euro-Raum robust und wird sich fortsetzen", sagt der Währungshüter. "Damit wird auch der Preisdruck zunehmen." Die EZB peilt eine Teuerungsrate in der Größenordnung von 2 Prozent an - aus Sorge, dass sonst eine deflationäre Entwicklung eintreten könnte. Das ist eine Spirale aus dauerhaft schrumpfenden Preisen und nachlassender Wirtschaftsleistung-

Zuletzt war die Inflation in der Eurozone wieder überraschend stark gesunken, nachdem sie im Februar 2,0 Prozent erreicht hatte und damit den höchsten Stand seit Anfang 2013. In dem Rückfall der Teuerung auf 1,5 Prozent im März sah Weidmann keine Gefahr: "Eine Deflation hielt ich schon in der Vergangenheit für unwahrscheinlich. Angesichts der positiven Aussichten für die Konjunktur ist sie jetzt noch unwahrscheinlicher."

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