Asylstreit: Jetzt mischt sich Trump ein

Asylstreit: Jetzt mischt sich Trump ein
+
Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), während eineer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv

EZB-Umfrage: Experten erwarten nur noch Mini-Inflation

Die Geldschwemme der EZB hat zwar die Kreditvergabe zuletzt angekurbelt - die Verbraucherpreise steigen bisher aber nicht. Deshalb erwarten Ökonomen in einer EZB-Umfrage inzwischen nur noch eine Mini-Inflation in diesem Jahr.

Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts des neuerlichen Absturzes der Ölpreise haben Ökonomen ihre Inflationserwartungen gesenkt. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Experten rechnen nun im laufenden Jahr nur noch mit einem Mini-Preisauftrieb von 0,1 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilt.

Im Juli hatten sie noch einen Preisanstieg von 0,2 Prozent vorhergesagt. Neben der Entwicklung der Ölpreise drückt auch die Konjunkturschwäche in Schwellenländern wie China und Brasilien die Inflationserwartungen.

2016 wird die Teuerung nach der Prognose nur auf 1,0 Prozent anziehen (Juli-Prognose: 1,3), 2017 auf 1,5 (1,6) Prozent. Ihre langfristigen Aussichten haben die Experten allerdings bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent im Jahr 2020 belassen. Damit würde sich der Preisauftrieb nur ganz allmählich der Zielmarke der EZB annähern, die eine Rate von knapp unter 2 Prozent anstrebt. Für Verbraucher ist das eine gute Nachricht, weil ein geringer Preisauftrieb ihre Kaufkraft stärkt.

Hingegen änderten die Experten ihre Wachstumsprognosen im Vergleich zur letzten Befragung vor drei Monaten kaum. Getragen vom billigen Öl und der EZB-Geldschwemme wird die Wirtschaftsleistung im Euroraum demnach schon 2015 um 1,5 (bisher: 1,4) Prozent wachsen. 2016 erwarten die Experten ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 (bisher: 1,8) Prozent, 2017 unverändert von 1,8 Prozent.

Nach Überzeugung der Befragten wird das Anleihen-Kaufprogramm der EZB den Euro schwächen und so für zusätzliche Nachfrage sorgen. Zudem dürften die niedrigen Zinsen Konsum und Investitionsbereitschaft befeuern. Allerdings wird die Auslandsnachfrage nach der Prognose insbesondere aus China langsamer als bisher zulegen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, das billionenschwere Programm sogar noch auszuweiten.

Mitteilung EZB

Eingangsstatement Draghi EZB-Pk am 22.10.15

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Für Audi-Chef Stadler wird es jetzt ganz, ganz eng: Er wurde unter Betrugsverdacht verhaftet. Am Nachmittag entscheidet der VW-Aufsichtsrat, wie es in Ingolstadt …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal wieder etwas an Tempo gewonnen.
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Lufthansa wirft ein Auge auf Billigflieger-Airline
Im europäischen Luftverkehr steht die nächste große Airline zur Übernahme bereit. Lufthansa will das Feld nicht kampflos der Konkurrenz überlassen und zeigt Interesse an …
Lufthansa wirft ein Auge auf Billigflieger-Airline

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.