EZB will noch mehr Geld in die Märkte pumpen

Kommentar: Draghi-Day

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Donnerstag ist wieder D-Day: Am EZB-Sitz in Frankfurt bringt Europas Notenbankchef Draghi seine Geschütze zum Sturm auf die Finanzmärkte in Stellung. Ein Kommentar. 

Mit seinen jüngsten Andeutungen hat Super-Mario erneut hochfliegende Erwartungen geweckt: Gerechnet wird mit weiteren massiven Geldspritzen zur Belebung der dümpelnden Wirtschaft in der Eurozone – bleiben diese aus, könnte es an den Börsen zu einem Crash kommen wie zuletzt im Dezember, als Draghi die von ihm selbst geweckten Erwartungen enttäuschte. Ein neues Börsenbeben aber würde neue konjunkturelle Risiken heraufbeschwören.

Der EZB-Chef hat sich zum Gefangenen seiner eigenen Politik gemacht, die darauf abzielt, die Märkte mit immer noch monströseren Gelddruckaktionen zu beeindrucken. Denkbar ist, dass die EZB jetzt in den höchst umstrittenen großangelegten Ankauf von Unternehmensanleihen einsteigt. Oder die Zinsen noch weiter unter null senkt. Draghis Dilemma: Um die Geschäftsbanken wie gewünscht zu mehr Krediten an die Unternehmen zu bewegen, müsste er die Strafzinsen für überschüssige Liquidität, die die Geldhäuser über Nacht bei der EZB parken, noch tiefer in den negativen Bereich drücken, auf minus 0,4 oder 0,5 Prozent. Damit aber schwächt er die ohnehin prekäre Ertragslage vieler unter dem Zinstief leidender Banken noch mehr. Wie sehr seine Politik von den Instituten mittlerweile als Bedrohung empfunden wird, zeigen Pläne der Sparkassen, ihre überschüssigen Mittel nicht mehr bei der EZB zu parken, sondern dafür riesige Tresore zu bauen. Das Bild ist fatal: Es sieht ganz so aus, als müssten nach den Sparern auch die Banken ihr Geld vor der EZB in Sicherheit bringen.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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