EZB: Zinssenkung oder doch nur ein Bluff?

- Frankfurt - Noch ist mehr als eine Woche Zeit - doch schon jetzt bewegt die erste turnusmäßige Sitzung des Rats der europäischen Zentralbank die Finanzwelt. Die jüngste Kette von Euro-Allzeit-Hochs könnte zu einer Zinssenkung führen.Rechnerisch ist das ziemlich einfach: Die EZB-Leitzinsen liegen bei 2 %, die in den USA bei 1 %.

So fließt das Geld in Strömen nach Europa: Der Eurokurs steigt. Senkt die EZB die Zinsen, wäre der Geldstrom gebremst und der Anstieg der Gemeinschaftswährung wäre gedämpft. So die reine Lehre.<BR><BR>Allerdings neigen Deviseninvestoren dazu, solche Signale zu ignorieren, wenn sich die Masse (des Geldes, nicht der Akteure) dazu entschlossen hat, in eine Richtung zu rennen. Deshalb könnten die Zinssenkungssignale, wie sie Nout Welling, der niederländische, und Quy Guaden, der belgische Zentralbankchef, aussenden, ein Bluff sein. Von "verbalen Interventionen" schreibt die Financial Times Deutschland. Das trägt der Erfahrung Rechnung, dass Gerüchte an den Märkten ohnehin viel mehr bewegen als harte Fakten. <BR><BR>Man versucht den Entwicklungen immer noch ein Stück weiter vorauszudenken. Und wenn man nicht nur über den Tag oder den Monat hinaus denkt, stellt sich nicht die Frage der Zinssenkung, sondern die, welche Notenbank als erste die Zinsen im zweiten Halbjahr konjunkturbedingt wieder nach oben schraubt: die inflationsängstliche europäische in Frankfurt, wie das Handelsblatt die Einschätzung internationaler Investmentbanken zitiert, oder die mutigere im wachstumsstärkeren Amerika, wie die deutschen Großbanken vermuten.<BR><BR> Die Verwirrung ist groß, zumal das einst wichtigste Marktorakel in aktuellen Fragen kaum wahrgenommen wird: Alan Greenspan. "Früher hat jeder zugehört", wenn der greise Chef der US-Notenbank das Wort ergriff, lästerte jüngst das Magazin Newsweek. "Heute schaltet man ihn ab."<BR><BR>

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