Fabelhaftes Jahr für die Münchener Rück

- München - Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard konnte das vergangen halbe Jahr gar nicht genug loben: Nicht "befriedigend", sondern "sehr befriedigend, ja fabelhaft" sei es gewesen, korrigierte er den an sich ebenfalls glänzend gestimmten Finanzvorstand Jörg Schneider. Überraschend klar war der Gewinn geklettert: 1,16 Milliarden Euro verdiente der weltgrößte Rückversicherer - nach 529 Millionen Euro Verlust im Vorjahr. Jetzt peilt Bomhard für das Gesamtjahr einen Gewinn von zwei Milliarden Euro an. Das wäre das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Eine radikale Wende, denn 2003 hatte die Münchener Rück zum ersten Mal seit 50 Jahren Verluste geschrieben.

<P>Im zweiten Quartal stieg der Gewinn auf 628 Millionen Euro nach 28 Millionen im Vorjahr. Zwar habe es im ersten Halbjahr wenig Großschäden und gar keine Naturkatastrophen gegeben. Darauf verlassen habe man sich aber nicht. Ein striktes Risikomanagement sorge dafür, dass die Münchener Rück in Zukunft von solchen Ereignissen nicht mehr so hart getroffen wird, sagte Bomhard. Über ihren "Risikoappetit" werde man verstärkt auch mit der US-Tochter American Re sprechen. Die Amerikaner mussten im ersten Halbjahr 100 Millionen Dollar an Rückstellungen vornehmen, weil die Reserven für drohende Verluste aus Asbest- und Umweltschäden nicht ausreichten. Die gute Nachricht dabei sei, so Bomhard, dass die American Re das selbst bezahlen könne. Vor allem im US-Geschäft gelte es für die Rückversicherer, frühzeitig diejenigen Risiken zu identifizieren, auf die sich die nächste Generation von Anwälten stürzen wird.</P><P>Die Bruttobeitragseinnahmen der Münchener Rück sanken im ersten Halbjahr um 5,2 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Damit hat Bomhard aber kein Problem, wie er sagt. Für ihn gehe Profit vor Wachstum. Auch bei der American Re würde er lieber auf Geschäft verzichten als zu große Risiken gegen zu geringe Prämien zu versichern.</P><P>Die Beteiligung am einstigen Schwesterkonzern Allianz hat die Rück auf unter zehn Prozent abgebaut und damit 200 Millionen Euro eingenommen. Der Anteil könnte laut Bomhard durchaus noch weiter zurückgefahren werden, man habe aber keine Eile damit.</P><P>Gute Nachrichten auch von der Erstversicherungstochter Ergo, die nach zwei Verlustjahren in die schwarzen Zahlen zurückkehrte: Im ersten Halbjahr lag der Überschuss bei 107 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum betrug das Minus 683 Millionen Euro. Die Börse hörte die Kunde gern: Münchener-Rück-Aktien stiegen zeitweilig um 2,7 Prozent.</P>

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