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Die Facebook-Aktien sind so beliebt, dass ihr Preis immer höher wird.

Börse: Facebook wird noch teurer

New York - Facebook hebt die Preise an. Statt 28 bis 35 Dollar peilt das soziale Netzwerk nun einen Ausgabekurs von 34 bis 38 Dollar an. Doch Experten warnen vor zu großen Hoffnungen.

Das geht aus bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervor. Der gestiegene Ausgabepreis ist ein Zeichen für großes Interesse der Investoren. Gemessen an der neuen Preisspanne kann der Unternehmenswert dann bei mehr als 100 Milliarden Dollar liegen.

Aus den geänderten Registrierungsunterlagen geht außerdem hervor, dass die Übernahme des für eine Milliarde Dollar aufgekauften Fotodiensts Instagram möglicherweise nicht so glatt läuft wie geplant. Es gibt Gerüchte, wonach die Regulierungsbehörden das Geschäft noch genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

Während Facebook bislang das Ende des zweiten Quartals als voraussichtlichen Zeitpunkt für den Abschluss der Übernahme von Instagram nannte, heißt es in der neuen Version, das Unternehmen erwarte, dass die Übernahme noch in diesem Jahr abgeschlossen werde. Sollte bis zum 10. Dezember 2010 aber nicht alles unter Dach und Fach sein, könnte möglicherweise eine Strafe von 200 Millionen Dollar von Facebook an Instagram fällig werden.

Nicht alle teilen aber die Begeisterung über Facebooks Börsengang. Die Hälfte der Amerikaner hält einer Umfrage zufolge Facebook nur für eine vorübergehende Modeerscheinung. Genauso viele halten auch den Angebotspreis für zu hoch, ermittelte die Erhebung der Nachrichtenagentur AP und des US-Wirtschaftssenders CNBC. Nur ein Drittel der Befragten hält den Preis für angemessen.

Vor allem jüngere Amerikaner unter 35 Jahre glauben der Erhebung zufolge, Facebook sei ein gutes Investment - 59 Prozent. Von den über 65-Jährigen finden das lediglich 39 Prozent.

Experten warnen vor zu großen Gewinnhoffnungen

Das soziale Netzwerk hat ein rasantes Wachstum hinter sich. Der Umsatz schoss von 777 Millionen Dollar 2009 auf 3,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Weltweit nutzen 900 Millionen Menschen Facebook, in den USA sind 40 Prozent der Erwachsenen Mitglieder.

Finanzexperten warnen allerdings besonders Kleinanleger vor allzugroßen Hoffnungen auf Gewinne durch den Börsengang. Wahrscheinlich werde der Preis am ersten Handelstag steigen, sagte Finanzprofessor Jay Ritter von der University of Florida. Danach sollte man die Aktie aber betrachten wie jede andere auch - und Schwankungen nach oben wie auch nach unten einkalkulieren.

Wie beim Schnäppchenportal Groupon, das vor sechs Monaten an die Börse ging: Am ersten Tag stieg der Preis von 20 auf 31,14 Dollar. Mittlerweile ist der Kurs auf unter 12 Dollar gefallen.

Mitbegründer gibt US-Staatsbürgerschaft auf

Die einzigen sicheren Gewinner seien Facebook-Beschäftigte und Investoren, die ihr Geld bereits in der Vergangenheit in das Unternehmen gesteckt hätten, sagt Ritter. Mark Pincus, Chef des Herstellers von Online-Spielen Zynga, investierte seit 2004 in das soziale Netzwerk. Seine eine Million Anteile dürften ihm 35 Millionen Dollar einbringen. “Der Zeitpunkt, Facebook zu kaufen, war eigentlich vor fünf Jahren“, erklärte Finanzprofessor Ritter.

Vor dem milliardenschweren Börsengang gab indes Facebook-Mitbegründer Eduardo Saverin offenbar aus steuerlichen Gründen seine US-Staatsbürgerschaft auf. Saverin wolle auf unbestimmte Zeit in Singapur leben, sagte ein Sprecher des 30-Jährigen. Durch die Aufgabe der Staatsbürgerschaft umgeht der aus Brasilien stammende Saverin vermutlich die Zahlung von mehreren hundert Millionen Dollar beim Börsengang. In Singapur gibt es keine Kapitalertragssteuer. Saverin hält einen Anteil von vier Prozent an dem Online-Netzwerk.

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