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Facebook-Milliardär Peter Thiel.

Marihuana-Boom in USA

Facebook-Milliardär steigt in Kiffer-Markt ein

New York - Amerikas Marihuana-Industrie hofft aufs ganz große Geld, wenn die gesetzlichen Hürden weiter fallen. Mit Silicon-Valley-Ikone Peter Thiel hat die Branche ihren ersten Starinvestor.

Vor kurzem hatte er noch über vermeintlich bekiffte Twitter-Manager gelästert, nun ist Peter Thiel selbst mit Millionen im Marihuana-Geschäft. Für die Cannabis-Industrie in den USA markiert der Einstieg des berühmten Tech-Investors einen Meilenstein. Letztlich geht es bei einer der Unternehmungen, in die Geld fließt, darum, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen - mit dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley als Aushängeschild.

Obwohl sich die Marihuana-Branche dank fortschreitender Legalisierung bereits zum boomenden Milliardenmarkt entwickelt hat, kann sie prominente und finanzstarke Unterstützung gut gebrauchen.

Was Silicon-Valley-Starinvestor Thiel letzten Herbst im US-Sender CNBC von sich gab, war für Twitter-Chef Dick Costolo starker Tobak: „Es ist ein grauenhaft schlecht gemanagtes Unternehmen - dort wird wahrscheinlich viel Pot geraucht.“ Thiel, der ein Vermögen mit frühen Beteiligungen bei Facebook und Paypal machte, schob allerdings rasch nach: „Du kannst auch viel Pot rauchen und eine großartige Firma haben.“

Was der skurrile Auftritt des in Frankfurt geborenen und in Kalifornien aufgewachsenen Entrepeneurs letztlich sollte, darüber kann nur spekuliert werden. 2011 hatte Twitter den Rapstar Snoop Dogg (raucht nach eigenen Angaben 81 Joints pro Tag) empfangen, vielleicht spielte Thiel darauf an. Im Nachhinein wurde aber klar, dass er damals schon recht ausgereifte Pläne gehabt haben muss, selbst in großem Stil in die Cannabis-Wirtschaft zu investieren.

Inzwischen haben sich diese Gerüchte bestätigt: Thiel beteiligt sich über seinen Founders Fund mit mehreren Millionen Dollar an der auf Marihuana-Geschäfte spezialisierten Firma Privateer Holdings. Das Unternehmen aus Seattle hält ein Portfolio von drei Startups, die auf die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA setzen. Eines davon ist besonders attraktiv: Die Marke „Marley Natural“, für die Privateer die Erben der Reggae-Legende Bob Marley jüngst als Namensgeber gewinnen konnte.

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Ziel der Unternehmung ist es, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen. Der vor 33 Jahren verstorbene Kultstar aus Jamaika soll zu einer Art „Marlboro Man des Marihuanas“ gemacht werden, „Marley Natural“ 2015 mit einer Cannabis-Produktpalette an den Markt gehen und dort, wo es legal ist, auch entsprechende Rauchwaren anbieten. Kritiker mögen die kommerzielle Ausschlachtung des bekannten Namens durch Nachfahren und Investoren so viele Jahre nach Marleys Tod zynisch finden, doch in Amerika scheint das Timing nahezu perfekt.

Obwohl Marihuana laut Bundesgesetz nach wie vor illegal ist, haben bereits 23 von 50 US-Staaten die Droge erlaubt - wenngleich meist nur zu medizinischen Zwecken. Der legale Handel floriert, die Branche dürfte im letzten Jahr weit über zwei Milliarden Dollar an Umsatz gemacht haben. Und das könnte erst der Auftakt sein, denn noch ist der Markt relativ stark reguliert. Die strengen Geldwäschegesetze halten Banken von Krediten und die Wall Street von Investitionen ab.

Das wird sich bald ändern, hofft die Szene. „Es wird der Tag kommen, wenn die Gesetze etwas gelockert werden und das große Geld Zutritt erhält“, sagt Pete Williams vom legalen Marihuana-Handel „Medicine Man“ aus Colorado. Thiels Einstieg ist Wasser auf die Mühlen aller, die glauben, dass der richtige Boom erst noch kommt. Sein Fonds ist an diversen Firmen beteiligt, die als das „nächste große Ding“ gehandelt werden - zu Airbnb, Spotify, Lyft, SpaceX oder Oculus Rift gesellt sich jetzt „Marley Natural“.

dpa

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