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Facebook vor einschneidender Änderung für alle User - Was dahinter steckt

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Ein Mann mit Smartphone steht vor einem Monitor mit dem Logo von Facebook.
Ist der Name „Facebook“ schon bald Geschichte? © Carsten Rehder/picture alliance/dpa

Das ohnehin angeschlagene Image von Facebook hat zuletzt arge Dellen bekommen. Ein Namenswechsel soll nun helfen, den Tech-Giganten neu auszurichten.

Menlo Park - Dem Social-Media-Riesen Facebook könnte eine bedeutende Änderung bevorstehen. Eine Umbenennung soll jetzt den Ruf des angeschlagenen Konzerns retten. Eigentlich gehört die Marke Facebook zu den zehn wertvollsten der Welt. Doch in den vergangenen Monaten hat das Unternehmen stark gelitten. Offenbar so sehr, dass Firmengründer Mark Zuckerberg in der kommenden Woche einen radikalen Schritt unternimmt, um die weitreichenden Ambitionen des Konzerns deutlicher nach außen zu tragen.

Facebook möchte mehr als nur Social-Media sein

Das im Silicon Valley bestens vernetzte Technik-Portal „The Verge“ jedenfalls berichtete am Mittwoch, der Facebook-Konzern wolle seinen Firmennamen ändern. Um den Fokus auf die virtuelle Welt „Metaverse“ zu legen, werde Zuckerberg auf der Konferenz „Facebook Connect 2021“ in der kommenden Woche den Namenswechsel verkünden. Die Änderung solle deutlich machen, dass Facebook mehr sei, als nur Social-Media.

Facebook will sich zu dem Bericht nicht äußern. „Wir kommentieren das nicht“, sagte ein Facebook-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ein Dementi klingt aber anders. Selbst innerhalb des Topmanagements sei nur ein kleiner Kreis eingeweiht worden, schreibt „The Verge“.

Von Facebook zu Meta

Zum Facebook-Konzern gehört nicht nur das soziale Netzwerk, sondern auch der Messengerdienst WhatsApp und der Foto- und Videodienst Instagram. Auch Oculus gehört zum Facebook-Imperium. Die Abteilung stellt Virtual-Reality-Brillen her, darunter die Produktreihen Oculus Rift und Oculus Quest. Bislang stehen diese verschiedenen Marken im Schatten von Facebook. Nur Instagram taucht in der „Brandz“-Liste von Kantar eigenständig auf Platz 18 auf. Den Marktwert taxieren die Experten mit knapp 83 Milliarden.

Dem Bericht von „The Verge“ zufolge würde die Umbenennung des Konzerns wahrscheinlich die Facebook-App als eines von vielen Produkten unter einer Muttergesellschaft positionieren. Ein heißer Kandidat für den neuen Namen ist „Meta“. Die Internet-Domain meta.com leitet derzeit auf die Website meta.org um. Das ist die Homepage eines biomedizinischen Forschungsprojekts, das unter der Leitung der Chan Zuckerberg Initiative entwickelt wurde. Diese hatten Mark Zuckerberg und seiner Frau Priscilla Chan gegründet.

Apple, Google, Snapchat: Namensänderungen sind keine Seltenheit

Facebook wäre nicht der erste Silicon-Valley-Konzern, der seinen Firmennamen ändert, wenn sich die Ausrichtung des Unternehmens erweitert. So strich Apple nach der Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 das Wort „Computer“ aus dem Firmennamen. Zu diesem Zeitpunkt machte allein der Musikplayer iPod mehr Umsatz als die Macintosh-Computer.

Google organisierte sich im Jahr 2015 unter dem Dach einer Holdinggesellschaft namens Alphabet neu. Der Internet-Konzern wollte damit signalisieren, dass er nicht nur eine Suchmaschine und ein Cloud-Geschäft betreibt, sondern auch Ambitionen bei fahrerlosen Autos, Gesundheitslösungen und anderen Hightech-Bereichen hegt. Und Snapchat benannte sich 2016 in Snap Inc. um. Parallel dazu begann die Firma, sich als „Kameraunternehmen“ zu bezeichnen.

Mit einer Namensänderung des Konzerns würde Facebook seine Ambitionen unterstreichen, die über herkömmliche soziale Netzwerke hinausgehen. So kündigte Zuckerberg vor Monaten die Schaffung eines „Metaverse“ an. Das soll eine virtuelle Umgebung werden, wie sie bereits in Science-Fiction-Romanen beschrieben wurde.

Zuckerberg glaubt, dass diese Vorstellung durch die rasante Weiterentwicklung der Hardware und Brillen für erweiterte (Augmented Reality, AR) und virtuelle Realität (VR) nicht mehr nur ein Traum ist. Am Montag kündigte das Unternehmen an, dafür in den kommenden fünf Jahren in der Europäischen Union 10.000 neue, hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Diese sollen dann die virtuelle Welt „Metaverse“ aufbauen.

Facebook-Whistleblowerin beschädigte das Image

Ein Motiv für die Umbenennung könnte aber auch der Wunsch sein, das angekratzte Image von Facebook zu verbessern. So hatte die Whistleblowerin Frances Haugen den Konzern beschuldigt, intern vorgetragene Bedenken beiseite gewischt zu haben. Instagram solle den Bedenken zufolge die Probleme jedes dritten jungen Mädchens mit dem eigenen Körperbild verschlimmern und bei einigen Jugendlichen sogar Suizidgedanken auslösen. Die Anschuldigungen der ehemaligen Facebook-Managerin Haugen bestärken Facebook-Kritiker im US-Kongress, die sich für eine Zerschlagung des Konzerns starkmachen.

Facebook bereitet sich unterdessen darauf vor, dass nach der ersten Veröffentlichungswelle, ein zweiter Schub an die Öffentlichkeit gelangen wird. In den vergangenen sechs Wochen habe man gesehen, wie Dokumente falsch charakterisiert werden können, schrieb die Facebook-Pressestelle auf Twitter. „Offensichtlich ist nicht jeder Mitarbeiter bei Facebook eine Führungskraft; nicht jede Meinung ist die Position des Unternehmens.“ (dpa)

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